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Hans-Christoph Rademann dirigiert Johann Sebastian Bach Musikalische Einheit von Solisten, Chor und Orchester

CD-Tipp vom 2.6.2017

CD-Cover Bach

CD

Titel:
Johann Sebastian Bach | Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort
Interpret:
Dorothee Mields | Benno Schachtner | Arni Kristijansson | Tobias Berndt | Gaechinger Cantorey | Hans-Christoph Rademann
Label:
Carus 83.311

500 Jahre Reformation – auch die Bach-Akademie in Stuttgart hat jetzt „ihre“ Reformations-CD veröffentlicht – eine reine Bach-Aufnahme mit zwei Reformationskantaten BWV 126 und 79 sowie der Missa brevis BWV 236, einer protestantischen Messe.

Erstklassige Solisten
Die Solisten sind durch die Bank erstklassig: Der Bariton Tobias Berndt verfügt über eine makellos virtuose Technik, und seine kraftvolle, aber schlanke Tongebung kann man nur glücklich sein. Benno Schachtner als Altus und der Isländische Tenor Benedikt Kristjansson mit seiner mühelos wirkenden Evangelistenstimme sind Besetzungen, wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Dorothee Mields sowieso. Aber das ist nicht neu – hervorragende Solisten hatte die Bach-Akademie schon immer. Neu an dieser CD ist, dass Hans-Christoph Rademann hier erstmals mit seinem eigenen, völlig neu zusammengestellten Chor und Barockorchester auftritt, der Gaechinger Cantorey mit e y.

Durchweg junge Musiker
Es sind durchweg junge Musiker. Sie stammen aus ganz Deutschland und aus den nahegelegenen europäischen Nachbarländern. Eine neue Generation von Freelancern – Musiknomaden, die bei Herreweghe oder Chorwerk Ruhr, dem Choeur de Chambre de Namur, beim Kammerchor Stuttgart und den guten Rundfunkchören mitsingen – und jetzt eben auch bei Hans-Christoph Rademann. Bei den Instrumentalisten ist die Situation ähnlich. Die Konzertmeisterin Nadja Zwiener hat in dieser Funktion bereits bei Gardiner, Pinnock und der Akademie für Alte Musik mitgespielt.

Was aber entscheidender ist: Während man bei Rademanns erster CD, der h-Moll-Messe noch das Gefühl hatte, dass Chor, Orchester und Solisten aus drei völlig verschiedenen musikalischen Welten kommen, die sich zwar auf ein gemeinsames Tempo, keinesfalls aber auf eine gemeinsame Interpretation einigen konnten – so ist es Rademann auf dieser Platte gelungen, Solisten, Chor und Orchester wirklich zu einer musikalischen Einheit zu verschmelzen, die atmet, phrasiert und gestaltet, als sei es ein Körper. Diese CD hat das musikalische Niveau von Rademanns-Schütz Einspielungen.

CD-Tipp vom 2.6.2017 aus der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik – Neue CDs

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