Gefroren im Eis: Das Schiff Endurance bei Shackletons Antarktisexpedition 1914-1916. (Foto: Imago, Imago/Fotograf XY -)

SWR2 Wissen Verloren im Eis

Shackletons vergessene Rossmeer-Gruppe

Von Udo Zindel

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Es hätte die großartigste Polarfahrt ihrer Zeit werden sollen: 1915 plante Sir Ernest Shackleton, mit fünf Gefährten und 100 Schlittenhunden das noch weitgehend unerforschte Innere der Antarktis zu durchqueren, 3000 Kilometer weit, von Küste zu Küste. Dafür begann ein zweiter Teil der Expedition - die Rossmeer-Gruppe - auf der anderen Seite der Antarktis lebensrettende Lebensmitteldepots anzulegen. Doch Shackletons Schiff Endurance wurde auf der Anreise vom Eis zerdrückt. Unter unsäglichen Mühsalen überlebte die Besatzung die folgenden zehn Monate, in der größten Wildnis der Erde. Erfolgreich war nur die Rossmeer-Gruppe: Obwohl sie Kontakt zu ihrem Schiff Aurora verlor, schaffte sie es, alle Depots anzulegen - trotz Skorbut, ständiger Blizzards und miserabler Ausrüstung. Eine beispiellose Leistung, die drei Männer das Leben kostete - und letztlich sinnlos blieb.

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