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Frau schaut auf Uhr, die fünf vor Zwölf anzeugt

SENDETERMIN Sa, 10.11.2018 | 8:30 Uhr | SWR2

Arbeit im Wandel (2/3) Projekt Feierabend – Wenn der Job nicht mehr das Wichtigste ist

SWR2 Wissen. Von Silvia Plahl

Der klassische Nine-to-Five-Job ist out. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder längere Auszeiten in Form von Sabbaticals oder Elternzeiten werden immer beliebter. Familie und Freizeit bekommen einen immer höheren Stellenwert. Mitarbeiter wollen deshalb möglichst selbstständig über ihre Arbeitszeit bestimmen. Wie gehen Unternehmen damit um?

Die junge Generation der Arbeitenden bringt heute viel stärker persönliche Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten in den Beruf mit als frühere Generationen. Bei der Arbeit spielt die Selbstentfaltung eine größere Rolle, während neben der Arbeit Aspekte wie Freizeit und Familie wichtiger werden.

Weniger Arbeit- und mehr Freizeit

Etwa eine Million Menschen in Deutschland will laut Mikrozensus von 2016 weniger arbeiten. Das ist bislang meist nur zu realisieren, indem man weniger arbeitet und dafür auch weniger Lohn bekommt. 15 Millionen Beschäftigte wurden im Jahr 2017 in dieser klassischen Teilzeit registriert. Die Zahl hat sich in den letzten zwanzig Jahren fast verdoppelt.

Etwa jeder dritte Vater geht in Elternzeit

Laut Statistischem Bundesamt verkürzen jede zweite Frau und etwa zwölf Prozent der Männer während ihres Berufslebens ihre Arbeitszeit, meistens wegen der Kinder.

Weniger arbeiten, mehr leisten

Beim Wunsch nach weniger Stunden am Arbeitsplatz geht es aber nicht immer nur um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mehr Zeit im Job heißt nicht unbedingt mehr Leistung für den Arbeitgeber. In einigen Unternehmen wird daher bereits der Fünf-Stunden-Tag geprobt oder die Angestellten arbeiten nur drei anstelle der klassischen fünf Tage in der Woche. Die Idee dahinter: Wer vier Stunden konzentriert arbeitet, leistet in der Regel genau so viel wie jemand, der seine acht Stunden absitzt. Dazu kommen Modelle mit Home Office oder flexiblen Arbeitszeiten – je nach individuellem Bedürfnis.

Es gibt aber auch Berufe, in denen sich die Abläufe nicht so leicht individualisieren oder umstellen lassen. In Krankenhäusern und Kindertagesstätten etwa, in der Backstube oder im Schichtdienst der Industrie und im öffentlichen Nahverkehr müssen die Angestellten zu bestimmten Zeiten da sein. Hier sind die Möglichkeiten für Veränderungen begrenzt.

Sommerabend

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist der Job nicht mehr das Wichtigste

Individuelle Arbeitszeit, flache Hierarchien

Arbeitszeiten und Abläufe werden individueller gestaltet, Hierarchien flacher, der Arbeitsplatz auf verschiedene Ort verteilt. Die junge Generation kann sich in der Regel gut auf die technologischen Veränderungen einstellen. Die Nachwuchskräfte zeigen aber andererseits auch ganz typische Schwächen. Dazu gehören Dinge wie: Verantwortung zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und dafür gerade zu stehen oder aber auch Macht innerhalb einer bestimmten betrieblichen Hierarchie auszuüben.

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Sa, 10.11.2018 | 8:30 Uhr

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