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Schnee ist in den Wellnessbereich eines Hotels in Balderschwang nach Lawinenabgang

SENDETERMIN Mi, 16.1.2019 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Lawinen - Tödliche Schneemassen

Von Dietrich Karl Mäurer

In der Schweiz sind 200 Wetter- und Schnee-Beobachter im Einsatz, um Menschen vor Lawinen zu schützen. Gleichzeitig suchen Forscher nach Wegen, Lawinen noch besser vorherzusagen.

Seit 1936 wird in der höchstgelegenen Stadt Europas, in Davos, erforscht, wie Lawinen entstehen und wie sich der Mensch vor ihnen schützen kann. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung gilt als eine der renommiertesten Einrichtungen auf diesem Gebiet.

Oft aber helfen alle Vorhersagen nichts und Lawinen reißen Skifahrer in die Tiefe. Dann sind Lawinenhunde gefragt. Inzwischen hat sich daraus eine sportliche Disziplin entwickelt: Jedes Jahr schnüffeln 25 Lawinenhunde bei Meisterschaften um die Wette.

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Tödliche Schneemassen

Was man über Lawinen wissen sollte

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Am 18. April 1943 wurde das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung auf dem Weissfluhjoch bei Davos im Kanton Graubünden eingeweiht. Beim Rundgang durch das Labor wird den Besuchern ein Experimente erklärt, bei dem das Verhalten der Schneedecke in steiler Hanglage untersucht werden kann.

Am 18. April 1943 wurde das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung auf dem Weissfluhjoch bei Davos im Kanton Graubünden eingeweiht. Beim Rundgang durch das Labor wird den Besuchern ein Experimente erklärt, bei dem das Verhalten der Schneedecke in steiler Hanglage untersucht werden kann.

Der Schweizer Alpinforscher Andre Roch, Forscher am Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung auf dem Weißfluhjoch in Davos im Kanton Graubünden, betrachtet im Januar 1953 ein Schneehöhendiagramm für den Winter 1950/51, in dem besonders viele Lawinen niedergegangen sind.

Der Abgang von Lawinen ist nur schwer vorhersagbar. Daher werden Lawinen nicht nur an Skihängen gezielt ausgelöst, sondern auch um Straßen, Bahnstrecken – ja, ganze Dörfer abzusichern. Allein in der Schweiz werden pro Winter gut und gerne 80 Tonnen Sprengstoff in die Luft gejagt.

Lawinen-Warnschild auf dem Wildkogel in Österreich: Fünf Gefahrenstufen werden unterschieden - europäisch genormt und klar definiert. Von Stufe 1  -  für geringe Gefahr - über mäßige, erhebliche und große bis hin zur Stufe 5 - für sehr große Lawinengefahr. Die Skala richtet sich vor allem an Skifahrer und Snowboarder, die abseits gesicherter Pisten unterwegs sind, aber auch an Behörden, um im Falle des Falles Straßen zu sperren oder Orte zu evakuieren.

Noch wichtiger als ein entsprechendes Equipment (wie hier ein Lawinen-Airbag) ist ein korrektes Verhalten im Gefahrfall. Wer z.B. bei höchster Lawinenwarnstufe dennoch Ski fährt, begibt auch mit guter Ausrüstung nicht nur sich, sondere auch andere in Gefahr.

Ein Lawinenverschütteten-Suchgerät hilft bei der Ortung von Verschütteten. Doch die Zeit ist knapp.

Von denjenigen, die von einer Lawine ganz verschüttet werden, überlebt nur etwa jeder Zweite. Die häufigste Todesursache ist Ersticken. Eine schnelle Ortung und Befreiung ist entscheidend. Eine wichtige Rolle spielen dabei Lawinenrettungshunde. Etwa 120 Lawinenrettungshunde sind beispielsweise in der Schweiz im Einsatz.

Der "weiße Tod" ist in vielen Fällen vermeidbar. Viele Lawinenopfer könnten noch leben, wenn sie einen Lawinenrucksack benutzt hätten. Beinahe 98 Prozent der Wintersportler, die bei einem Schneebrettabgang einen solchen Airbag trugen und auslösten, überlebten annähernd unverletzt, ermittelte das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos.

Aufräumarbeiten nach einem Lawinenabgang in der Schweiz, Januar 2019. Das jahrhundertealte Wissen um den Umgang mit den Lawinen - von der Gefahrenprognose bis hin zu Schutzbauten - ist seit letztem Jahr sogar auf der Liste der Unesco für immaterielles Kulturerbe. Doch viele Fragen rund um Lawinen sind nach wie vor unbeantwortet.

Lawinenschutz in den Alpen

Gespräch mit Kurt Winkler, Lawinenwarner vom Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos.

6:16 min | Di, 15.1.2019 | 16:05 Uhr | SWR2 Impuls | SWR2

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Lawinenschutz in den Alpen

Ralf Caspary, Kurt Winkler

Die Lawinensituation den Alpen bleibt angespannt. Maßnahmen zum Lawinenschutz können zwar manchmal helfen, aber nicht alle Abgänge verhindern. Sind Lawinen-Vorhersagen möglich? Ralf Caspary im Gespräch mit Kurt Winkler, Lawinenwarner vom Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos.

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