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Seidenspinne in ihrem Netz

SENDETERMIN So, 26.8.2018 | 8:30 Uhr | SWR2

Herzzellen lieben Spinnenseide Medizinischer Fortschritt am seidenen Faden

SWR2 Wissen: Aula. Gespräch mit Thomas Scheibel

Ein Gel aus Spinnenseide könnte in Zukunft Herzinfarktpatienten helfen. Ein Pflaster aus diesem Stoff hält Wunden keimfrei. Spinnenseide verhindert, dass sich Brustimplantate entzünden. Professor Thomas Scheibel und sein Team arbeiten mit diesem faszinierenden Material.

Die Aula auf einen Blick:


  1. Wie produziert man Spinnenseide ohne Spinne?
    Den Forschern ist ein Coup  gelungen: Sie haben ein Darmbakterium so umprogrammiert, dass es fleißig Spinnenseidenmoleküle baut. Diese Moleküle kann man dann wieder in Fasern verwandeln. 
  2. Moleküle wie Spaghetti
    Die Seidenmoleküle sind so ähnlich wie Spaghetti, man kann sie nach Belieben formen. Man kann ihnen sagen: Legt euch mal alle schön nebeneinander auf eine Oberfläche oder formt einen kleinen Ball. Die Forscher können so alle möglichen Strukturen kreieren.
  3. Eigenschaften von Spinnenseide
    Sie ist keimfrei, verhindert also, dass sich auf ihrer Oberfläche Bakterien fest setzen, sie ist flexibel, nimmt alle möglichen Formen an, und: Einige menschliche Zellen fühlen sich auf ihr so wohl, dass sie darauf wachsen.
  4. Spinnenseide in der Biomedizin
    Man kann Schuhe herstellen, die nicht mehr müffeln, weil Bakterien keine Chance haben. Pflaster aus Spinnenseide halten Wunden keimfrei, können aber auch als Gerüst benutzt werden, um darauf neue Hautzellen wachsen zu lassen. Den Forschern in Bayreuth ist es sogar gelungen, Herzzellen auf Spinnenseide zu züchten, die rhythmisch schlagen. Eine Hoffnung für Herzinfarktpatienten.

Thomas Scheibel ist Professor für Biomaterialen an der Universität Bayreuth.


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