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SENDETERMIN Mo, 30.6.2014 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Herz auf Bestellung

Chinas Transplantationssystem und der Westen

Von Martina Keller

Transplantation

Entnahme einer Spender-Niere

Im Brustkorb von Mordechai Shtiglits schlägt das Herz eines 22-jährigen Chinesen. Nur eine Woche musste der herzkranke Israeli in Shanghai auf seine Transplantation warten - in den meisten Ländern der Welt beträgt die Frist viele Monate. Prompte Transplantationen wie diese sind in China nur möglich, weil die Organe von exekutierten Gefangenen verpflanzt werden, eine im Westen geächtete Praxis. Was allerdings kaum jemand weiß: Der Westen ist selbst tief in das chinesische System verstrickt. Pharmafirmen versorgen den Markt in China mit Medikamenten gegen Organabstoßung. Westliche Berater der chinesischen Regierung geben vor, den Wandel zu befördern und verfolgen gleichzeitig geschäftliche Interessen in China. Westliche Kliniken und Ärzte unterstützen chinesische Transplantationszentren, ohne Fragen zu stellen. Kürzlich kündigte die chinesische Gesundheitsministerin das Ende der Organentnahme bei hingerichteten Gefangenen an. Ein System nach internationalen Standards soll aufgebaut werden. Doch wie glaubhaft sind diese Versprechungen?

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