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DDR-Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Hof (Bayern) Anfang Oktober 1989.

SENDETERMIN Do, 25.5.2017 | 15:05 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen: Archivradio Fluchtpunkt Deutschland

Gábor Paál im Gespräch mit Prof. Ulrich Herbert

"Die Tamilen strömen zu Tausenden herein, und wenn sich die Situation in Neukaledonien zuspitzt, dann werden wir bald die Kanaken im Land haben." So schimpfte Franz Josef Strauß 1985 - es waren die Anfänge jener Asyldebatte, die seit 30 Jahren in Deutschland tobt und in der "Asylant" zum Schimpfwort wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren schon Millionen Flüchtlinge ins Land gekommen: Vertriebene aus Schlesien und Ostpreußen, die DDR-Flüchtlinge, Dissidenten aus Ungarn und der Tschechoslowakei, russlanddeutsche Spätaussiedler, Iraner, Libanesen, Tamilen. Und weitere sollten folgen: Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, die Kriegsflüchtlinge aus dem Balkan oder Eritrea, und jetzt: die Flüchtlinge aus Syrien. Die Aufnahme von Menschen in Not gehört zum Grundverständnis der Bundesrepublik seit ihrem Bestehen. 1992 einigten sich die großen Parteien auf den berühmten "Asylkompromiss" und schränkten das Grundrecht auf Asyl ein. Doch bis heute wird kaum eine Diskussion so emotional geführt. Das Archivradio dokumentiert diese Entwicklung in Originaltönen. (Produktion 2016)
(Wiederholung um 22.03 Uhr)

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