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Eine Ärztin begutachtet ein Nervensystem an einem großen Bildschirm.

SENDETERMIN Sa, 17.11.2018 | 8:30 Uhr | SWR2

Arbeit im Wandel (3/3) Kollege Computer – Wenn Arbeit digital wird

SWR2 Wissen. Von Silvia Plahl

Vom ferngesteuerten Mähdrescher bis zur von Algorithmen geschriebenen Online-Zeitung - immer mehr Arbeitsabläufe werden automatisiert oder zu großen Teilen von Computern erledigt.

Etliche Sparten stehen vor radikalen Umstrukturierungen. Das gilt für die Metallindustrie ebenso wie für den Bäckereibetrieb. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser Unternehmen müssen sich ein Stück weit neu erfinden. Denn welche Rolle spielen sie künftig, wenn sie sich die Arbeit mit dem Computer teilen?

Fachleute sprechen von einem grundlegenden Kulturwandel in der Arbeitswelt. Die junge Generation wächst bereits mit dieser neuen Form der Interaktion auf – die Älteren sind angehalten, sie in ihr vorheriges analoges Leben zu integrieren. In vielen Unternehmen hat der Transformationsprozess begonnen. Wohin genau die Reise geht, können selbst Fachleute aber noch nicht genau sagen.

Die Technisierung der Arbeit ist in vollem Gange

Klar ist: Die Technisierung der Arbeitswelt erreicht gerade besonders den Handel, die Reinigungsbranche, Verkehr und Logistik und vor allem die Fertigung. Automatisierbar sind ganz grundsätzlich verschiedene Arbeiten in allen Berufen, von Einkauf und Kalkulation bis zur Beschaffung von Information. Zum Teil sind bereits über 80 Prozent menschlicher Tätigkeiten prinzipiell durch Maschinen ersetzbar – Tendenz steigend.

Lebenslang lernfähig als Motto der Zukunft

Eine „lebenslange Lernfähigkeit“ gilt künftig als Schlüsselkompetenz für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Denn die Digitalisierung rüttelt an der Aufteilung von Fachwissen. Es geht verstärkt wieder darum, Arbeitsbereiche und Abläufe zusammenzubringen. Unternehmen suchen daher inzwischen eher nach „Tüftlern und Teamplayern“ als nach großen Einzelkönnern. Universitäten denken darüber nach, einen Studiengang wie „Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation“ völlig frei studierbar und mit irgendeinem Fach kombinierbar zu machen. Die dreijährige Lehre für Auszubildende könnte künftig in 36 Modulen wie in einem Computerspiel ablaufen.

Deutschland hat Nachholbedarf

Die deutsche Bundesregierung reagiert überaus langsam auf das rasante Tempo der digitalen Veränderungen, wie eine aktuelle Studie des Weltwirtschaftsforums mit dem Titel „Die Zukunft der Arbeitsplätze 2018“ bemängelt. Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland sei bislang für die neuen Jobs „gewappnet“. Um das zu ändern, hat die Bundespolitik ein Digitalkabinett, einen Digitalrat und eine Datenethikkommission gegründet sowie einen Innovationsdialog und eine Denkfabrik ins Leben gerufen. Die Notwendigkeit etwas zu tun, scheint zumindest erkannt.

Menschen sind als Matrix zu sehen.

Die Digitalisierung dringt in alle Lebensbereiche vor

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