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SENDETERMIN Mo, 9.3.2009 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Locked in

Wenn der eigene Körper zum Gefängnis wird

Von Horst Gross

Pflege bei Locked-in-Syndrom

Pflege bei Locked-in-Syndrom

Es ist ein Motiv für Albträume: Bei vollem Bewusstsein im eigenen Körper gefangen zu sein und sich nicht mehr bewegen zu können. Doch es gibt ein Krankheitsbild, bei dem genau dies eintritt: das Locked-in-Syndrom. Durch Schlaganfälle oder Muskelerkrankungen kommt es jährlich bei etwa 5000 Menschen in Deutschland zu einem solchen Zustand. Die Betroffenen sehen, hören und fühlen alles, haben aber keinerlei Kontrolle mehr über ihren eigenen Körper und konnten bisher kaum kommunizieren.

Was empfinden Menschen in einer solchen Situation? Moderne Technik macht es jetzt möglich, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Dabei zeigt sich Verblüffendes: Die Betroffenen akzeptieren meist ihre Lebenssituation und sie berichten über eine gute Lebensqualität. Allerdings nur dann, wenn sie kompetent betreut werden. Das Locked-in-Syndrom ist deshalb nicht nur ein spektakuläres Krankheitsbild. Durch die Beschäftigung mit diesen Patienten hat die Psychologie Wichtiges darüber gelernt, wie Menschen auch extreme Krankheitssituationen bewältigen.

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