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SENDETERMIN So, 28.1.2007 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen (Aula) Der Fall Evas

Weiblichkeit ist an allem schuld
Von Heidi Salaverria

Seit Adam und Eva sind Probleme menschlicher und sozialer Natur, insbesondere jene, die mit den Geschlechterrollen zusammenhängen, Evas Fall und damit zumeist auch Evas Schuld. Von der Neugierde, am Baum der Erkenntnis zu naschen, über Fragen der Sexualität bis hin zu dem Wunsch, Kinder in die Welt zu setzen und die Verantwortung für soziale Wärme zu übernehmen: Alle diese Fragen werden an den Frauen ausgetragen.

Man könnte sagen: Weiblichkeit steht als Repräsentantin für nahezu jedes Thema. Das betrifft auch die aktuelle Diskussion über die Rolle der Frau: Die einen beklagen, dass Akademikerinnen zu wenig Kinder bekommen, andere schlagen vor, die Frauen mögen sich auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau zurück besinnen, wie es die Natur des Menschen vorschreibt. Attackiert wird bei dieser Diskussion zwar der Feminismus, dennoch wird Weiblichkeit wiederum mit drängenden gesellschaftlichen Problemen identifiziert. Dr. Heidi Salaverria, Philosophin und Performance-Künstlerin aus Hamburg, analysiert dieses Phänomen.

Heidi Salaverria,

geb. 1969 in Venezuela, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Psychologie in Buenos Aires und Hamburg. 2006 Promotion zum Begriff des Selbst im Pragmatismus. Salaverria ist Mitbegründerin der außeruniversitären philosophisch-künstlerischen Performancegruppe "Experiment Philosophie" des Kampnagel-Theaters in Hamburg.

Auswahl der Veröffentlichungen:

* Das Partikulare Selbst. Akademie-Verlag

* Gedankenbildung zwischen Experiment und Gewohnheit- Ein pragmatistischer Entwurf, in: Martens u.s.: Philosophie und Bildung. Münster