Bitte warten...

SENDETERMIN So, 20.8.2006 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen - Aula Gewalt des Glaubens

Die Überprüfung eines problematischen Konzepts

Von Heidi Salaverría

Wohl kaum ein Begriff ist gegenwärtig mit Emotionen so aufgeladen wie der des Glaubens. Das hat zwei Gründe: Zum einen beruht der Glaube auf Prinzipien, die nicht mehr verhandelbar sind und daher als unanfechtbar gelten. Zweitens ist der Glaube integraler Bestandteil der Identität des Individuums. Deshalb reagieren viele Religionsgemeinschaften so aggressiv, wenn sie einen Angriff auf ihren Glauben vermuten. Das haben die Gewalttaten im Rahmen des Karikaturenstreits gezeigt.

Aus philosophischer Sicht könnte man annehmen, Glauben sei irrational und bedürfe der Aufklärung, doch so einfach ist die Sache nicht, wie die Philosophie der Pragmatisten verdeutlicht: Sie sind der Ansicht, dass auch die säkulare westliche Gesellschaft auf Prinzipien beruht, die zunächst einmal geglaubt werden müssen. Heidi Salaverría, Philosophin aus Hamburg, zeigt, welche erkenntnistheoretischen und gesellschaftlichen Konsequenzen aus diesem Ansatz folgen.

Heidi Salaverria,

geb. 1969 in Venezuela, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Psychologie in Buenos Aires und Hamburg. 2006 Promotion zum Begriff des Selbst im Pragmatismus. Salaverria ist Mitbegründerin der außeruniversitären philosophisch-künstlerischen Performancegruppe "Experiment Philosophie" des Kampnagel-Theaters in Hamburg.

Auswahl der Veröffentlichungen:

  • Das Partikulare Selbst. Akademie-Verlag
  • Gedankenbildung zwischen Experiment und Gewohnheit- Ein pragmatistischer Entwurf, in: Martens u.s.: Philosophie und Bildung. Münster

Weitere Themen in SWR2