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SENDETERMIN Fr, 5.5.2006 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Auf den Spuren eines Verschollenen

Friedrich Carl Forberg

Aus der Reihe: Verwegen und modern - Jenaer philosophische Frühromantik (3)
Von Marianne Thoms

Er hat seine Autobiografie seherisch "Lebensbeschreibung eines Verschollenen" genannt, denn sein Name verschwand bald nach seinem Tode im Jahr 1848 aus den meisten Lexika. An der Jenaer Universität, wo er, gerade mal 21 Jahre alt, philosophische Vorlesungen gehalten hat, gilt er als "animal disputax", als scharfsinniger, rhetorisch brillanter Disputant und begabter Pädagoge, der seinen Studenten verstörende Sätze sagt wie diesen: "Ich werde Sie an den Geburtsort der Erkenntnis führen, damit Sie die Wahrheit nicht bloß sehen wie sie ist, sondern wie sie wird." Die Quintessenz seines revolutionären Denkens über Religion und Glaube findet sich in einem aufsehenerregenden Artikel des "Philosophischen Journals". Kirchliche und politische Obrigkeiten wittern sofort Ketzerei, als sie dort Forbergs Frage lesen: "Ist ein Gott?" - seine Antwort: "Es ist und bleibt ungewiss." Nicht erst ab da gilt er als Atheist. Zwar leistet er öffentlich Abbitte, aber in seiner Autobiografie bekannte er: "Ich kann ... meine Ideen nicht aufgeben, wenn ich auch wollte: Sie sind meine Existenz."

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