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SENDETERMIN Di, 25.4.2006 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Das brasilianische Sao Paulo

Atemberaubendes New York tropical

Von Klaus Hart

Bei Brasilien denken die meisten zuerst an Rio de Janeiros kleine Schokoladenseite, an Zuckerhut, Copacabanastrand, Samba und Karneval. Doch das 430 Kilometer entfernte Betonmeer Sao Paulo ist viel interessanter und fesselnder, hat spröden, mysteriösen, diskreten Charme.

Die drittgrößte Stadt der Erde ist aufregend kosmopolitisch und nicht nur Brasiliens, sondern ganz Lateinamerikas Kultur- und Wirtschaftsmetropole. Das beste Sinfonieorchester, die populärsten Bands und Sänger, das hochkarätigste Theater- und Konzertangebot, die attraktivsten Restaurants und Bars - nur in Sao Paulo. Nicht zufällig bildet es daher vor Rio den wichtigsten touristischen Anziehungspunkt des Tropenlandes. Viel mehr Deutsche steuern Sao Paulo an, nicht Rio.

Brasiliens kritische Masse an Intellektuellen, Wissenschaftlern, Künstlern, Umweltschützern, Menschenrechtsaktivisten lebt hier, reibt sich an den elektrisierenden Widersprüchen der Megacity. Gewaltgeprägte riesige Slums, Privilegiertenghettos, Menschenheere, vergiftete Luft, lateinamerikanischer Sozialdarwinismus par excellence - und doch hängen die meisten "Paulistanos" an ihrer Stadt, wollen hier nie wieder weg. "Rio ist Samba, Sao Paulo ist Universität", vergleicht der Filmemacher und Kolumnist Arnaldo Jabor. "Rio ist hysterisch, Sao Paulo ist besessen. In Rio macht Sex Spaß. In Sao Paulo ist Sex Sünde - und das ist aufregender. Rio hält sich für besser als den Rest des Landes. Sao Paulo ist besser ..."

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