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SENDETERMIN Do, 9.2.2006 | 8:30 Uhr | SWR2

SWR2 Wissen Verlassen wir dieses Europa

Frantz Fanon - Denker und Kämpfer gegen den Kolonialismus

Aus der Reihe: Spurensuche
Von Karl Rössel

Mit seiner ungeschminkten Analyse des europäischen Kolonialismus und Rassismus hat Frantz Fanon Befreiungskämpfer in der "Dritten" Welt und auch Intellektuelle in den Industrieländern gleichermaßen fasziniert und beeinflusst. Er wurde 1925 in Martinique geboren, studierte Philosophie und Medizin in Lyon, kämpfte im Zweiten Weltkrieg für das "Freie Frankreich" und ging 1953 als Psychiater an eine französische Klinik in Algerien. Ein Jahr später erlebte Fanon dort den Beginn des Befreiungskrieges, 1957 kündigte er seinen französischen Arbeitgebern. Er wollte nicht länger als Arzt auf der Seite derer arbeiten, die "Unrecht, Ungleichheit und Mord zu Prinzipien der Gesetzgebung" erklärten. Fanon schließt sich der algerischen Befreiungsfront FLN an und wird - bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1961 - deren Sprecher in Tunis und Botschafter in Afrika. Die Befreiung Algeriens hat Fanon nicht mehr erlebt. Doch vor den politischen Konflikten und Katastrophen, die sich dort und in anderen afrikanischen Ländern seit der Unabhängigkeit abgespielt haben, hatte Fanon schon in seinen Werken gewarnt.

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