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SENDETERMIN Mo, 3.6.2019 | 7:07 Uhr | SWR2

SWR Tagesgespräch mit Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD "Ich hoffe, dass viele was daraus gelernt haben"

Nach dem Rückzug von Andrea Nahles hat der SPD-Politiker Kahrs Solidarität in seiner Partei angemahnt. Im SWR Tagesgespräch sagte Kahrs, viele in der Partei seien frustriert. Die Partei müsse jetzt wieder Tritt fassen.

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs würde es begrüßen, wenn die SPD kommissarisch von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer geführt wird. Auch eine dauerhafte Lösung mit Dreyer an der Spitze könne er sich vorstellen, sagte Kahrs im SWR Tagesgespräch. Der Sprecher des konservativen Parteiflügels "Seeheimer Kreis" ist dafür, die Große Koalition vorerst fortzusetzen. Es sei Beschlusslage, Ende des Jahres zu bewerten, ob die Basis für weitere zwei Jahre trägt, so Kahrs. Er könne nicht für die parlamentarische Linke sprechen, könne sich aber nicht vorstellen, dass Funktionäre gegen einen Mitgliederbescheid verstießen.

Kahrs geht davon aus, dass die Lage in zwei Wochen geklärt sei und viele aus dem Streit gelernt haben. Er mahnt einen solidarischeren Umgang in der Partei an. Dazu gehöre, dass man in Zeiten der Krise die Führung unterstützt und Kritik unter vier Augen äußert.

Allerdings habe auch Andrea Nahles die Lage falsch eingeschätzt. Viele Parteifreunde hätten gesehen, dass ihr Rückhalt geschmolzen ist. Dann sei es zu einer Fraktionssitzung gekommen, in der viele offen und ehrlich ihre Kritik geäußert hätten. Nahles habe dann ihre Mehrheiten sondiert und festgestellt, dass die Lage anders gewesen sei, als sie es in der Vergangenheit eingeschätzt habe.

Kahrs bezweifelt, dass es eine Rolle gespielt habe, dass die Partei von einer Frau geführt wird. Die SPD sei auch mit Männern so umgesprungen: "da können sie Kurt Beck fragen. Der kann ihnen die eine oder andere Geschichte erzählen".

 

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