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Prozess zu Polizeieinsätzen beim G20-Gipfel in Hamburg Wie sich die Polizei gegen Kritik immunisiert

Interview mit Prof. Rafael Behr

8:37 min | Di, 18.12.2018 | 8:10 Uhr | SWR2 Journal am Morgen | SWR2

Beim G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg habe die Polizei vor allem Dominanz zeigen wollen, sagt Rafael Behr vom Institut für kriminologische Sozialforschung der Uni Hamburg.

Die Auflösung der sogenannten Welcome-to-Hell-Demo etwa habe zu keiner Deeskalation geführt, im Gegenteil. Dabei könne man Straftaten auch später anhand von Bildanalysen verfolgen. Eine "neue Qualität der Gewalt" auf Seiten der Demonstrierenden könne er jedenfalls nicht erkennen.

Statt dessen sei sichtbar geworden, wie selbstverständlich und martialisch die Polizei Gewalt anwende, so der Sozialforscher: "Da erkenne ich keine Ebene mehr von Bürgerpolizei auf Augenhöhe. Das war schon Herrschaftsdarstellung".

Es sei momentan schwer, sachliche Kritik an der Polizei zu üben. Darauf reagiere sie schärfer und sensibler: "Die Polizisten sind eine Gefahrengemeinschaft, und die Risiken und Nebenwirkungen bestehen darin, dass man sich in unbedingter Solidarität gegenseitig unterstützt", erklärt Behr mutmaßliche Falschaussagen von Polizeibeamten vor Gericht.

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