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SENDETERMIN So, 14.12.2014 | 18:20 Uhr | SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag Wir

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie "Bestes Hörspiel"

Nach dem gleichnamigen Roman von Jewgenij Samjatin

Der Schauspieler Hanns Zischler

Der Schauspieler Hanns Zischler

Deutscher Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie "Hörspiel"

Regisseur Christoph Kalkowski und Komponist Raphael D. Thöne dürfen sich über den Preis in der Kategorie Bestes Hörspiel freuen. Ihr monumental orchestriertes Hörspiel „Wir“ nach dem wiederentdeckten dystopischen Roman von Jewgenij Samjatin erzeuge „auf mehreren Ebenen einen Sog“, dem sich kein Zuhörer entziehen könne, loben die Juroren.

„Bombastisch und behutsam, betörend und ernüchternd. Perfektes Hör-Kino!“

Veröffentlicht wurde das SWR-Hörspiel von "Der Audio Verlag" (DAV).

Das Hörspiel

Samjatins 1920 entstandener, dystopischer Roman "Wir" gilt als Vorläufer der Romane "Brave New World" von Aldous Huxley und "1984" von George Orwell. Er beschreibt die Gesellschaft des "Einheitlichen Staates": Privatheit und Gefühle sind auf ein Minimum reduziert, allen Menschen werden Nummern anstelle von individuellen Namen zugeordnet; persönliche Freiheit, Liebe und Phantasie glaubt man überwunden zu haben. D-503 ist der Ingenieur eines großen Raumgleiters, durch den der Einheitliche Staat seine Macht über die irdische Welt hinaus manifestieren will. Vor dem ersten Testflug trifft D-503 auf die junge rebellische I-330 und verliebt sich in sie. I-330 zeigt ihm die Welt jenseits der gläsernen Städte, wo sich der Widerstand gegen das bestehende System sammelt.

Jewgenij Samjatin

Portrait Jewgenij Samjatin (1923) von Boris Kustodiev

Jewgenij Samjatin, (1884–1937), schloss sich während seines Studiums als Schiffbauingenieurin Sankt Petersburg den Bolschewiki an. Er organisierte den Aufstand auf dem Panzerkreuzer Potemkin mit und beteiligte sich, nach der Februarrevolution 1917 aus der englischen Emigration nach Russland zurückgekehrt, aktiv an der Oktoberrevolution. Mit "Wir" zog er sich den Unmut der Parteiführung zu und erhielt Schreibverbot. Der Roman wurde 1924/25 in verschiedenen Sprachen im Ausland veröffentlicht, doch erst 1988 erschien das Werk in der Sowjetunion in vollständiger russischer Fassung. 1929, nach schlimmster Hetze gegen ihn, verließ Samjatin, der zu Beginn der 20er-Jahre eine Ausreisemöglichkeit abgelehnt hatte, den sowjetischen Schriftstellerverband. 1931 erhielt er über Maxim Gorki die Erlaubnis Stalins, nach Frankreich auszureisen. Samjatin behielt bis zu seinem Lebensende die sowjetische Staatsbürgerschaft. Er starb in Paris.

Komposition: Raphael Thöne
Hörspielbearbeitung: Ben Neumann
Regie: Christoph Kalkowski
Wohltäter/Fonolektor: Hanns Zischler
Dramaturgie: Andrea Oetzmann

Orchester: Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung: Jonathan Stockhammer
Chor: Collegium Musicum
(Produktion: SWR 2014 - Ursendung)

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