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Kneipe in Vehlgast-Kümmernitz (1981)

Helmut Oehring Biografie und Werkverzeichnis

Helmut Oehring wurde 1961 in Ost-Berlin geboren.

Als Gitarrist und Komponist Autodidakt, war er zwischen 1992 und 1994 – nach Konsultationen bei André Asriel, Helmut Zapf und Friedrich Goldmann – Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin. 1994/95 war er Stipendiat an der Villa Massimo in Rom und erhielt seitdem zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Hanns-Eisler-Preis des Deutschlandsenders Kultur, den Orpheus Kammeroper Preis Italien und den Schneider-Schott-Preis. Der Hindemith-Preis (1997) und der Arnold-Schönberg-Preis (2008) wurden ihm für sein gesamtes Schaffen verliehen, das – seit den frühen Theatermusiken für Ruth Berghaus oder Robert Wilson und den inspirierenden Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Peter Greenaway oder Friedrich Goldmann – heute ca. 350 Werke nahezu aller Genres umfasst. Seine Kompositionen und Produktionen werden in Konzertsälen, auf Bühnen und Festivals weltweit aufgeführt. In jüngster Zeit wirkte er auch als Dirigent und Regisseur eigener Werke.

Autor Helmut Oehring

Autor Helmut Oehring

Im September 2011 veröffentlichte btb/Randomhouse seine Autobiografie Mit anderen Augen. Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten, die aktuell in seiner Regie als Hörspiel vom SWR produziert wird; 2016 folgt die Produktion der Kinoverfilmung in der Regie von Feo Aladag mit der Musik von Helmut Oehring. Er ist ständiges Jury-Mitglied des Karl-Sczuka-Preises für internationale Hörspielkunst des SWR sowie Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste. 2015 ist Helmut Oehring Komponist im Fokus der Schlossmediale – Internationales Festival für Alte Musik, Neue Musik und Audiovisuelle Kunst in Werdenberg/Schweiz und erhielt den Deutschen Musikautorenpreis 2015 in der Kategorie Musiktheater.

2013 wurden Helmut Oehrings Opern SehnSuchtMEER oder Vom Fliegenden Holländer zum Wagner-Jahr an der Deutschen Oper am Rhein und AscheMOND oder The Fairy Queen an der Staatsoper im Schillertheater Berlin uraufgeführt. SEVEN SONGS für einen Vokalisten und Kammerensemble zu F. W. Murnaus Stummfilm Sunrise: Song for Two Humans von 1927 mit David Moss und dem Quatuor Sine Nomine, die im Oktober 2013 in Le Capitole/Lausanne Weltpremiere feierten, erfuhren ihre französische Erstaufführung im Juni 2014 im IRCAM/Centre Pompidou Paris (im März 2015 wird es präsentiert bei Archipel Festival in Genf), im selben Monat folgte die Uraufführung des Musiktheaters Orfeo14 vol.1 in eigener Inszenierung mit dem Ictus Ensemble und Emanuelle Haïm/Le Concert d'Astrée an der Opéra de Lille. Aktuelle Werke in Zusammenarbeit mit der Librettistin Stefanie Wördemann sind u.a die des Angelus Novus-Zyklus auf Bilder Paul Klees und Texte Walter Benjamins – Angelus Novus I. Ensemble- Studie für elf Instrumentalsolisten (UA Januar 2014 mit dem Collegium Novum in der Tonhalle Zürich), die „Collage instrumental- vocal mis en scène“ Angelus Novus II für Studierende und Lehrende aller Fachbereiche der Hochschule der Künste Bern und die Solisten David Moss und Matthias Bauer (UA Januar 2015 Dampfzentrale Bern) und das Monodram Angelus Novus III für Ensemble und Orchester (UA Juni 2016 mit dem Ensemble Aventure und den Freiburger Philharmonikern) – sowie die Kinderoper Die Brüder Löwenherz nach Astrid Lindgrens gleichnamigem Roman (UA März 2015 an der Semperoper Dresden/Lucerne Festival), Massaker. Hört ihr, MASSAKER! für Solo- Gitarre/Stimme, Chor und Orchester (UA November 2015 mit den Dresdener Sinfonikern zum 100. Jahrestag des Genozids an den Armeniern), vocANGEL für Sopran, E-Gitarre und Orchester (UA April 2016 mit Marisol Montalvo, Daniel Göritz und Düsseldorfer Symphoniker, Tonhalle Düsseldorf) sowie DARK Lady (UA April 2016 Oper Kopenhagen mit Lore Lixenberg und dem Trio ZOOM). Aktuell arbeitet Helmut Oehring an der Partitur der Kammeroper AGOTA mit Schauspielerin Dagmar Manzel und dem Ensemble Modern auf Leben und Werk der Schriftstellerin Ágota Krystóf (UA Mai 2016 Staatstheater Wiesbaden).

Der Schwerpunkt von Helmut Oehrings Schaffen liegt in der Komposition und musikalisch- szenischen Realisation von Werken im Bereich Oper, Musiktheater und szenisches Konzert, in denen er die Idee eines instrumentalen Theaters verfolgt, das innerhalb der Neukomposition Einflüsse alter und älterer Musik, von Literatur, bildender Kunst und Philosophie aufgreift und unter Einbeziehung sowohl von Elektronischen Medien sowie grenzüberschreitender Künste wie Gebärdensprache, Tanz, Schauspiel, konzipierte/improvisierte Musik, Hörspielkunst, Film und Bildende Kunst, in enger Zusammenarbeit mit Instrumental- und Vokal-Solisten ein vielschichtiges und in ständiger Weiterentwicklung befindliches Musiktheater kreiert, das poetische Inhalte und Formen mit dokumentarischen, an der aktuellen Realität orientierten verbindet. Zudem schreibt Helmut Oehring literarische Texte, die integraler Bestandteil seines Musiktheaterschaffens sind.

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