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SENDETERMIN So, 27.11.2016 | 14:05 Uhr | SWR2

SWR2 Feature am Sonntag "Das Feierabendwerk des ganzen Volkes"

Eine NS-Geschichte des Staatstheaters

Von Regine Dura, Hans-Werner Kroesinger und Dietrich Brants

Zum Beispiel Karlsruhe. Zum Beispiel Hermann Brand. Der populäre Staatsschauspieler wird 1933 als "Saujud" denunziert und auf Druck der NS-Kulturbürokratie beurlaubt, wie es offiziell heißt. Ihm gelingt die Flucht. Zum Beispiel Emma Grandeit. Wegen "nicht-arischer Abstammung" wird die Souffleuse 1934 entlassen. Sie überlebt den Holocaust. Zum Beispiel Paul Gemmecke. Der Staatsschauspieler wird 1937 suspendiert, weil er in sogenannter "Mischehe" verheiratet ist. Er nimmt sich das Leben. Zur gleichen Zeit wird in Nazi-Deutschland die heute noch bestehende Institution des Staatstheaters etabliert.

Basierend auf der Produktion "Stolpersteine Staatstheater", die als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen worden ist, zeigt das Feature am Beispiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe ein Panorama struktureller Gewalt, die seit dem Frühjahr 1933 auch im Kulturbetrieb zu Diskriminierung, Entlassung und Gleichschaltung führt.

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