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SENDETERMIN So, 24.3.2019 | 14:05 Uhr | SWR2

SWR2 Feature am Sonntag Donalds Donald

Hasstiraden, Kommandos und Liebesschwüre - wenn der Nachbar zur Zielscheibe wird.

Von Hofmann&Lindholm

Das Heizungsrohr der Frau im zehnten Stock dient dem Nachbarn im neunten als "Folterinstrument". Als sie die Lärmbelästigung nach einer Woche nicht mehr ertragen kann, ruft sie vom Balkon: "Du dreckiges Arschloch." Beim vierten Mal bekommt sie dafür eine Anzeige und versteht die Welt nicht mehr.

Das Autorenkollektiv Hofmann&Lindholm hat Menschen in Deutschland angestiftet, Machtfantasien im Eigenheim zu verhandeln. Nachbarn werden zur Zielscheibe für komplex-verdrehte Hypothesen und Unterstellungen. Haustiere werden zu stummen Zeugen von Hasstiraden, Kommandos und Liebesschwüren.

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Kuriose Nachbarschaftsstreits

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"Der liebe Gott sieht alles, der Nachbar noch mehr" - kein Wunder, dass es zwischen Nachbarn immer wieder zu kuriosen Rechtsstreitigkeiten kommt. Ob ungeschnittene Hecken, zu laute Musik oder unliebsame Gerüche: unter Nachbarn gibt es genügend Zündstoff für Streitereien. Einige absurde Urteile haben wir für sie zusammengefasst.

"Der liebe Gott sieht alles, der Nachbar noch mehr" - kein Wunder, dass es zwischen Nachbarn immer wieder zu kuriosen Rechtsstreitigkeiten kommt. Ob ungeschnittene Hecken, zu laute Musik oder unliebsame Gerüche: unter Nachbarn gibt es genügend Zündstoff für Streitereien. Einige absurde Urteile haben wir für sie zusammengefasst.

Wegen einer Fußballflagge kam es im Sauerland zu einem Rechtsstreit. Ein Anhänger von Borussia Dortmund hängte in seinem Garten eine 1x2m große Flagge seines Lieblingsclubs auf. Der Nachbar befand, dies sei unnötige Werbung für den Verein, zudem seien Lärm und Schlagschatten unzumutbar. Das Gericht wies die Klage jedoch vollständig ab, da "die Fahne lediglich Verbundenheit zum Verein ausdrücke".

Vulgärer hingegen ging es in Essen zu, wo ein Wohnungsbesitzer einen Gartenzwerg auf das Garagen-Dach stellte. Was nun unspektakulär klingen mag, ist jedoch brisant: der Gartenzwerg zeigte nicht nur sein blankes Hinterteil, sondern den Mittelfinger obendrein. Die anderen Wohnungseigentümer klagten auf Beseitigung und bekamen Recht.

Sie gilt schon fast als Ikone des Nachbarschaftsstreits: Vogtländerin Regina Zindler forderte in der Gerichtsshow "Barbara Salesch" 1999 von ihrem Nachbarn, dass er seinen Knallerbsenstrauch entfernt, weil dieser ihren Maschendrahtzaun beschädige. Stefan Raab machte aus dem Rechtsstreit einen Gag, allen voran wegen der Aussprache von Zindler. Am Ende wurde ihr der Trubel zu viel und sie verkaufte ihr Grundstück.

Störende Toilettengeräusche waren Auslöser für einen Rechtsstreit im rheinländischen Wuppertal. Mieter störten sich an den lauten Pinkelgeräuschen ihres Nachbarns und wollten einklagen, dass er künftig nur noch im Sitzen pinkelt. Die Richter wiesen die Klage allerdings ab und rieten zu mehr Gelassenheit.

In Kassel versuchte ein Anwohner, seinen liebevoll gepflegten Rasen vor spielenden Kindern zu schützen. Damit die Kinder den Rasen meiden, stellte er dieses Schild auf und zog damit prompt den Zorn der Eltern auf sich. Weil der Aufsteller nämlich Sportschütze sei, haben die Kinder besonders Angst. Das Ordnungsamt entfernte das Schild.

Nicht nur zu Drohungen, sondern zu tatsächlicher Gewalt kam es in Krefeld, wo ein lärmgeplagter Anwohner mit einem Luftgewehr auf die Frösche im Teich des Nachbarn schoss. Als dieser mehrere Tote und teils verstümmelte Frösche vorfand, zog er vor Gericht. Mit Erfolg: Zwar bestritt der Beschuldigte die Tat, aber wegen illegalen Waffenbesitzes konnte man ihn zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilen.

Die Rolling Stones sind seit jeher untrennbar mit ihrem Markenzeichen, der rausgestreckten Zunge, verknüpft. Ein Fan aus Baden-Württemberg baute zusammen mit seiner Tochter das Logo als Skulptur nach und stellte es in seinen Garten. Der Nachbar allerdings sah das Markenzeichen der Band als Beleidigung und Ehrverletzung an. Der Richter war jedoch offenbar ein Stones-Fan, denn die Deko durfte bleiben.

Wer nun denkt, Nachbarschaftsstreits sind den kleinen Leuten vorbehalten, der irrt: denn auch bei den Promis kriselt es am Zaun gewaltig. Zwischen Entertainer Robbie Williams und Ex-Led Zeppelin Gitarrist Jimmy Page gibt es bereits seit 2015 Ungereimtheiten. Page ist wegen der ständigen Umbauarbeiten Williams' in Sorge um sein Haus im Londoner Stadtteil Kensington, er klagte und Williams musste zusätzliche Maßnahmen bei einem Poolbau vornehmen. Als Retourkutsche hört Williams nun angeblich ständig lautstark Musik von Black Sabbath und Pink Floyd, der ewigen Konkurrenten Led Zeppelins, um Page zu provozieren.

(Produktion DLF/WDR/rbb 2018)

Sendung vom

So, 24.3.2019 | 14:05 Uhr

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SWR2 Feature

Mittwochs von 22.03 bis 23 Uhr
Sonntags von 14.05 bis 15 Uhr

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