Bitte warten...

SENDETERMIN Mo, 30.5.2016 | 22:03 Uhr | SWR2

SWR2 Essay Poetische Osterweiterung

Hölderlins Flussgedichte und ihre poetischen Strömungen
Von Volker Demuth

Kulturen und Nationen sind Strömungsgebiete. Auf dieser grundlegenden Erkenntnis beruht Hölderlins Hoffnung auf eine andere Aufklärung. Sie verbindet sich untrennbar mit einem Fluss, der Donau. In seinen Donau/Ister-Gedichten formuliert er so etwas wie das poetisch-politische Projekt der Osterweiterung des mittleren Europa. Nachdem im politischen Denken des Kontinents Abgrenzungen und Schranken, oftmals gefolgt von Feindseligkeit und Kriegen, über Jahrhunderte dominierten und im 19. Jahrhundert noch verschärft zu werden drohen, entwirft er das europapolitische Gegenbild einer fluiden Zivilisation. In ihr, so seine Zuversicht, könnte das Hin- und Herwogen von Menschen unterschiedlicher Länder, Ethnien, Religionen und Kulturen in ein gedeihliches Fließgleichgewicht gebracht werden.

Weitere Themen in SWR2