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SENDETERMIN Mo, 23.11.2015 | 22:03 Uhr | SWR2

SWR2 Essay Die unschönen Ränder

Spaziergangsliteratur an den Peripherien von Metropolen
Von Millay Hyatt

Die Standardposition des Schriftstellers mag das Sitzen sein, doch die Worte fangen oft vor allem dann an zu fließen, wenn sich der Schreiber schrittweise durch die Welt bewegt. Die Bedeutung des Gehens für das Schreiben ist immer wieder von Literaten und Philosophen beschworen worden. Ein strammes Laufen soll die Nervenbahnen lockern und die schlummernden Gedanken freischütteln. Kann man die vom Gehen inspirierte Literatur grob in die Kategorien Großstadt und Natur aufteilen, so umfasst eine dritte Orientierung jene Zwischenorte, die dort nicht vorkommen, scheinbar uninteressant sind: die von Schnellstraßen zerklüfteten Peripherien der Metropolen, welke Kleinstädte gezeichnet von leisem Verfall, in Vergessenheit geratenes Ödland zwischen unscheinbaren Siedlungen. Kurz, es geht um die unschönen Ränder.

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