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SENDETERMIN Mo, 19.3.2018 | 22:03 Uhr | SWR2

SWR2 Essay Die Welt des Marcel Proust

Einblicke in ein Pandämonium

Von Ingeborg Bachmann

„Als ich anfing, mir Notizen über diesen Essay über Marcel Proust zu machen, erhielt ich einen Brief von einer Redaktion (…) Man schrieb mir, man "könne bei unseren Lesern - und ich bin weit davon entfernt, das zu bedauern - nicht von vornherein ein literarisch-snobistisches Interesse dafür erwarten. Womit wir im Gegenteil rechnen müssen, ist bei den literarisch Interessierten das gewisse Vorurteil gegen Proust als exklusiven, dekadenten, schwer lesbaren und auf alle Fälle längst überholten Schriftsteller, der im Grunde nur stilistische Probleme stellt.“ (Ingeborg Bachmann, 1958)

Mit diesem Vorurteil räumt Ingeborg Bachmann in ihrem Radio-Essay auf. Für Bachmann ist Prousts Romanwelt nicht exklusiv - sondern welthaltig wie 1001 Nacht. "Die Suche nach der verlorenen Zeit" ist ihr eine bestürzende Untersuchung über die Liebe, eine Nachforschung über die grundsätzliche Tragik des Liebenden, eine "Recherche" über den Wahn, jemals einem anderen nahe kommen zu können. Und damit ist dieser Essay - vielleicht - auch ein Text über das Schicksal seiner Autorin.

(Produktion 1958)

Bachmanns Essay ist der 3. Teil unserer Reihe "Aus dem Essay-Archiv". Er flankiert die große, 3-teilige Produktion "Sodom und Gomorrha" der SWR2-Hörspielabteilung (8. März, 15. März, 22. März, jeweils 22.03 Uhr).

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