SWR2 Wissen: Aula Phänomen aus der Mitte?

Antisemitismus in Deutschland

Von Monika Schwarz-Friesel

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Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass Antisemitismus ein normales Vorurteilssystem sei. Der Judenhass sei Teil des kulturellen Codes vieler Menschen und gehöre seit Jahrhunderten ungebrochen zum kommunikativen Gedächtnis der abendländischen Gesellschaft. Dagegen helfe oft weder Bildung noch Intelligenz. Das sagte die Antisemitismusforscherin Professor Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin in einem Interview. In der SWR2 Aula belegt sie diese Sicht mit einer Vielzahl neuer Forschungsergebnisse.

Monika Schwarz-Friesel ist Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin. Sie leitet an der Technischen Universität Berlin als Universitätsprofessorin das Fachgebiet Allgemeine Linguistik. Sie leitete von 2007 bis 2014 das Forschungsprojekt „Aktueller Antisemitismus in Deutschland: konzeptuelle und verbale Charakteristika“ (in Kooperation mit und finanziert von Sarnat Center und Tauber Institute der Brandeis University). Seit Oktober 2014 (bis Sept. 2017): Leitung des Projekts „Verbal-Antisemitismus im World Wide Web“ (finanziert von der dt. Forschungsgemeinschaft/DFG). 

Sie ist Verfasserin und Herausgeberin von 15 Büchern zur Interaktion von Sprache, Kognition und Emotion, Textlinguistik, (Verbal-)Antisemitismus und Internet-Kommunikation. 

Bücher (Auswahl):
- Sprache und Emotion, zweite Auflage 2013, Kognitive Linguistik, dritte Auflage 2008, Semantik, sechste Auflage 2014; Sprache und Kommunikation im Internet (mit K. Marx, 2013),
- Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte (mit J. Reinharz/E. Friesel, 2010),
- Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, 2013 (mit J. Reinharz),
- Gebildeter Antisemitismus (2015).

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