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Von Antje Diekhans

Abiy Ahmed war der Hoffnungsträger auf dem Kontinent. Ein junger Ministerpräsident, der alte Strukturen aufbricht, politische Gefangene freilässt und die Bevölkerung mit seiner Euphorie mitreißt. Auch die internationale Gemeinschaft sah in ihm einen Politiker, der für Frieden und Stabilität steht. Für seinen Kurs der Aussöhnung mit dem lange verfeindeten Nachbarland Eritrea bekam er den Friedensnobelpreis. Doch jetzt scheint es Abiy nicht mehr zu gelingen, den Vielvölkerstaat Äthiopien zusammenzuhalten. Seit Anfang November kämpft die Armee gegen Truppen der so genannten Volksbefreiungsfront in der Tigray-Region. Zehntausende Menschen sind bereits geflüchtet und viele ums Leben gekommen.

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