SWR2 Musikstunde "Goldenes Herz und eiserne Schnauze" (1)

Kurt Tucholsky zum 125. Geburtstag

mit Karl-Dietrich Gräwe

Kurt Tucholsky in Rumänien 1918 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - akg-images)
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Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 in Berlin geboren. Seit Heinrich Heine hat es keinen Essayisten, Gesellschaftskritiker und Satiriker deutscher Sprache gegeben, der seine Gegenwart mit derart klarem Blick, lakonischer Schärfe und prophetischer Prognostik durchschaut hätte wie er. Unermüdlich schrieb, kommentierte, dichtete Tucholsky für die liberale "Weltbühne", die "Schaubühne", für das Berliner Kabarett - erst recht zur Zeit der "Weimarer Republik".
Wenn er zu Lebzeiten genug Grund hatte, sich über die Folgenlosigkeit seiner Warnungen zu beklagen, fand er nach 1945 Lese- und Hörbereitschaft in überreichem Maße. Komponisten wie Friedrich Hollaender, Mischa Spoliansky, Werner Richard Heymann, Hanns Eisler, Gert Wilden haben Tucholskys Texte und Verse zu geflügelten Worten gemacht, kaum überschaubar ist die Legion derer, die seinen Wahrheiten eine Zunge gaben, von Claire Waldoff, Kate Kühl und Trude Hesterberg über Ernst Busch, Gisela May und Hildegard Knef bis hin zu Jasmin Tabatabai.

Musikliste:

Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)
David Klein / Kurt Tucholsky:
„Augen in der Großstadt“ (1930/2014)
Jasmin Tabatabai (Gesang)
Arnold Schönberg:
„Gigerlette“ (Otto Julius Bierbaum)
aus: „Deutsche Chansons“ (1900)
Jill Gomez (Sopran)
John Constable (Klavier)
Kurt Tucholsky:
„Home, Sweet Home“ (1913)
Jürgen von der Lippe (Sprecher)
Ludwig Mendelssohn:
„Hermann heeßt er“
Claire Waldoff (Gesang)
 Rudolf Nelson/Kurt Tucholsky:
Rudolf Nelson über das Jahr 1914
„Allalah“, Türkische Wachtparade aus
der Revue „Bitte zahlen!“ (1921)
Orchester Dajos Bela
Gert Wilden / Kurt Tucholsky :
„Deutscher Abend“
Hildegard Knef (Gesang)
Friedrich Hollaender / Kurt Tucholsky:
„Rote Melodie“ (1920)
Kate Kühl (Gesang)
Friedrich Hollaender (Klavier)
Friedrich Hollaender/Kurt Tucholsky:
„Wenn der alte Motor wieder tackt“, Onestep (1920)
Friedrich Hollaender (Klavier)
Paul Graetz (Gesang)
Erich Wolfgang Korngold:
„Die tote Stadt“
„Glück, das mir verblieb“
Richard Tauber (Paul)
Orchester
Leitung:  Georg Szell
Traditional:
„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“
Schubert-Chor Berlin
Leitung:  Hermann Scherchen
Kurt Tucholsky:
„Ideal und Wirklichkeit“ (1929)
Steffen Ille (Sprecher)
Gert Wilden / Kurt Tucholsky:
„Ideal und Wirklichkeit“
Günter Pfitzmann (Gesang)
Orchester Gert Wilden

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