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Kometen, Forschung, Geschichte

Ein Modell der Giotto-Sonde aus den 90er Jahren (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
GiottoEinen Kometen kann man sich vorstellen wie einen kilometergroßen schmutzigen Schneeball, als einen äußerst porösen Himmelskörper aus Eis und Staub, nur halb so schwer wie Wasser. Zu dieser Überzeugung war der US-amerikanische Astronom Fred Whipple schon 1950 gekommen, gestützt auf Teleskopbeobachtungen und theoretische Überlegungen. 36 Jahre später konnte er im Darmstädter Kontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur Esa die Übertragung des ersten verwaschenen Fotos miterleben, das die Giotto-Sonde aus 600 Kilometern Abstand vom Halleyschen Kometen aufgenommen hatte. Es zeigte einen fast schwarzen Klotz mit rund zehn Kilometern Durchmesser und lieferte so den Beweis dafür, dass der Millionen Kilometer lange Schweif eines Kometen tatsächlich von einem vergleichsweise winzigen Kern ausgeht.Neben der Kamera hatte die Giotto-Sonde zehn weitere Messinstrumente an Bord. Zusammensetzung und Gewicht des Kometenstaubs konnten damit bestimmt werden, Elemente und Moleküle an der Oberfl… picture-alliance / dpa -
Deep impactDie spektakulärste Mission dieser Epoche hatte der Astronom Mike A’Hearn geleitet. Eine Nasa-Sonde namens „deep impact“ manövrierte im Juli 2005 einen kühlschrankgroßen Kupferkegel direkt in die Flugbahn des Kometen Tempel 1. Mit 37.000 Kilometern pro Stunde schlug er in die Oberfläche des Schweifsterns und erzeugte dabei einen Lichtblitz, der noch in 134 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde aus zu sehen war. Drei Monate später präsentierte A’Hearn die ersten Erkenntnisse aus dem Kometen-Crash:"Ich glaube, er ist bis ins Zentrum hinein porös. An der Oberfläche gibt es feinen Staub, wie dick diese Schicht ist, wissen wir nicht. Aber unser Geschoss ist bis zu 30 Meter tief eingedrungen. Der Komet muss sich bei sehr niedriger Geschwindigkeit geformt haben. Aufgrund der Keplerschen Gesetze kann das nur sehr weit von der Sonne entfernt geschehen sein." picture-alliance / dpa -
Vielseitige BrockenJeder Komet ist anders. Giacobini-Zinner, Halley, Grigg-Skjellerup, Borelly, Wild 2, Temple 1, Hartley, Tschurjumov-Gerassimenko – so verschieden die Namen dieser acht nach ihren Entdeckern benannten Schweifsterne, so unterschiedlich erwiesen sie sich bei näherer Betrachtung durch die Raumsonden, die sie in den vergangenen 30 Jahren besuchten.Und das betrifft nicht nur die äußere Formen und Strukturen. Auch die Elemente und Moleküle, aus denen sie bestehen, unterscheiden sich von Komet zu Komet. So weist das Wasser bei den meisten von ihnen eine Isotopen-Mischung auf, die anders ist als auf der Erde. Als Quelle für irdisches Wasser kommen sie damit nicht in Frage. Aber das Weltraumteleskop Herschel hat einige Kometen aufgespürt, die doch große Mengen erdähnlichen Wassers enthalten. picture-alliance / dpa -
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