SWR2 Zeitgenossen

Götz Bachmann, Medientheoretiker

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Im Gespräch mit Dietrich Brants

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Über die Rolle rebellischer Outlaws in der digitalen Welt und die falsche Revolution der Kalifornischen Ideologie spricht Dietrich Brants mit dem Medientheoretiker Götz Bachmann vom Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien an der Leuphana Universität Lüneburg.
"Forget antiwar protests, Woodstock, even long hair. The real legacy of the sixties generation is the computer revolution", schreibt Stewart Brand, eine Ikone der Gegenkultur, 1995 in der Sonderausgabe "Welcome to Cyberspace" des "Time Magazine". Die Computerrevolution und das Internet seien das wahre Erbe der Hippies und ihres Community-Denkens. Nicht die smarten Jungs in den Garagen des Silicon Valley, sondern Hippie-Hacker haben bereits Ende der 1960er-Jahre wesentliche Elemente des Personal Computing erfunden und Anfang der 1970er-Jahre im "Community Memory Project" auch die Sozialen Medien, inklusive der ersten öffentlichen Suchmaschine. Was lief seit diesen idealistischen Anfängen derart schief, dass die britischen Soziologen Richard Barbrook und Andy Cameron zur selben Zeit wie Stewart Brand zu einer dystopischen Analyse der digitalen Revolution gelangen konnten und den Begriff "californian ideology" prägten? Die digitale Utopie des Silicon Valley ist für sie ein widersprüchlicher Mix aus Idealen der San-Francisco-Bohème in den späten Sixties, Techno-Optimismus, Yuppie-Kapitalismus und Staatsverachtung.

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SWR