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Irakischer Psychotherapeut behandelt in Potsdam Flüchtlinge und Pegida-Anhänger
Von Igal Avidan

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:05 Uhr
Sender
SWR2

Würde Ahmed Al-hafedh die Pegida-Demonstrationen in seiner Stadt Potsdam besuchen, würde er rund ein Dutzend Demonstranten bestens beschreiben können: Denn diese Leute schenken ihm, dem arabischen Psychotherapeuten, ihr tiefstes Vertrauen. Sie kommen zu ihm in die Praxis nicht, um ihren Rassismus loszuwerden, sondern um über ihre Depressionen, ihre existenzielle Ängste und den Mangel an Selbstwert zu sprechen. Manche von ihnen vertrauen eher einem Araber als einem Wessi, erzählt der 40-jährige gebürtige Iraker, dessen Vater im irakischen Parlament sitzt. Al-hafedh beschreibt seine Pegida-Patienten als "ganz normale Menschen", die aus allen Gruppen in der Gesellschaft kommen, sogar Ärzte und Polizisten seien dabei. Den Pegida-Anhängern müsse man Sorge und Ängste nehmen. Wenn sie gehört und verstanden würden, dann könnten sie den extremistischen Parteien den Rücken kehren, deren Anführer Al-hafedh für gefährliche, verkappte Neo-Nazis hält.

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