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Für die Pariser Musikszene der 20er-Jahre war er "Der Wilde aus dem Regenwald", für das musikalische Establishment seiner Heimatstadt Rio de Janeiro war er ein Ärgernis und für das Brasilien des Vargas-Regimes war er renommierter Vorzeigekomponist: der 1887 geborene Musiker, Komponist, Dirigent und begnadete Selbstdarsteller Heitor Villa-Lobos, bis heute der populärste und weltweit erfolgreichste "Klassiker" Lateinamerikas, dessen Musik die Folklore Brasiliens mit den Traditionen der europäischen Kunstmusik zu einem unverwechselbaren Personalstil verbindet. Er war der erste, der dem musikalischen Erbe der Alten Welt selbstbewusst entgegentrat: "Ich bin nicht gekommen, um zu lernen, sondern um zu zeigen, was ich bisher gemacht habe", erklärte er bei seiner Ankunft in Paris. Hier schien man auf einen wie ihn nur gewartet zu haben. In den Salons hing man an seinen Lippen, wenn er von seinen musikalischen Abenteuern bei den Menschenfressern am Amazonas flunkerte und sich als Komponist authentischer Kannibalen-Musik inszenierte. In seiner Heimat kam das indessen gar nicht gut an. (Produktion 2014)

Musiktitel:

Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)
Heitor Villa-Lobos:
Trio für Oboe, Klarinette und Fagott
3. Satz: Vivo
Calamus-Ensemble
Igor Strawinsky:
„Le sacre du printemps“
„Tableaux de la Russie Païenne en deux parties“
Bilder aus dem heidnischen Rußland in 2 Teilen
„L'adoration de la terre“
Chicago Symphony Orchestra
Leitung: Daniel Barenboim
Heitor Villa-Lobos:
Nonetto für Flöte, Oboe, Klarinette,
Saxophon, Fagott, Harfe, Celesta,
Perkussion und gemischten Chor
Concert Arts Ensemble
Leitung: Roger Wagner
Igor Strawinsky:
„Le sacre du printemps“
„Le Sacrifice“
Philharmonia Orchestra London
Leitung: Igor Markevitch
Heitor Villa-Lobos:
„Alma Brasileira“, Choros Nr. 5
Cristina Ortiz (Klavier)
Heitor Villa-Lobos:
„Uirapuru“, sinfonische Dichtung
New York Philharmonic Orchestra
Leitung: Leopold Stokowski
Historische Aufnahme :
K.G.I, Walze 9, tukúi der Makuschi
Makuschi
Jacob do Bandolim:
„Assanhado“
Trio Madeira
Heitor Villa-Lobos:
Capriccio für Violoncello und Klavier op. 49
Rebecca Rust (Violoncello)
David Apter (Klavier)

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