Der Heilige von El Salvador Oscar Romero

Der Heilige von El Salvador Oscar Romero

Oscar Romero, Nationalheld des kleinen mittelamerikanischen Landes El Salvador (Foto: SWR, Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann)
Oscar Romero, Nationalheld des kleinen mittelamerikanischen Landes El Salvador, wird am 14. Oktober 2018 heiliggesprochen. 1980 war der Erzbischof in der Hauptstadt San Salvador von einem Schergen des Militärregimes ermordet worden. Er hatte das von den USA unterstützte ultrarechte Regime furchtlos kritisiert, Gräueltaten der Armee benannt und Soldaten zum Ungehorsam aufgerufen. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Kardinal Gregorio Rosa Chávez war mit Oscar Romero befreundet. Ihm sei sofort klar gewesen, dass Todesschwadrone des Militärregimes für den Mord verantwortlich waren, sagt er. Chávez hat sich Jahre lang für die Seligsprechung Romeros (2015) und für seine Heiligsprechung eingesetzt. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Die einzige Kugel des Scharfschützen traf den Erzbischof mitten in die Brust. Er starb vor dem Altar der Kapelle einer Armenklinik in der Hauptstadt. „Wenn sie mich töten, werde ich im Volk El Salvadors auferstehen“, hatte er geahnt. Die brutale Unterdrückung durch das Regime trieb Oppositionelle in den bewaffneten Widerstand. Noch im Jahr der Ermordung Romeros begann ein Bürgerkrieg, der letztlich zur demokratischen Abwahl des verhassten Regimes beitrug. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Marisa Martínez leitet die Romero-Stiftung in San Salvador und ist eine glühende Verehrerin des Erzbischofs. Ausgerechnet sie ist die Schwester des nach Ende des Bürgerkrieges verstorbenen Roberto D’Aubuisson – des Gründers der Todesschwadrone und der rechten ARENA-Partei. D’Aubuisson war Urheber des Mordkomplotts gegen Oscar Romero. Marisa Martínez erzählt nur ungern von ihrem Bruder. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Der Bauer José Mejilla in Chalatenango hat seine kleinen Söhne im Bürgerkrieg verloren. Sie wurden entführt und nach Italien verkauft, während er bei der Guerilla kämpfte. Vielen oppositionellen Familien erging es ähnlich. „Monsenor Romero ist für mich der einzige Bischof, der so gehandelt hat, wie Jesus in seiner Zeit“, sagt José Mejilla, „der sich hinstellte und Missstände benannte“. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Der Ortseingang der Kleinstadt Ciudad Barrios, wo Oscar Romero geboren wurde und aufwuchs. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
In Ciudad Barrios liegt ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem mehr als 3.000 Mitglieder gewalttätiger Jugendbanden, sogenannter Maras, einsitzen. El Salvador hat immer noch die höchste Mord- und Gewaltrate in Mittelamerika – Ausdruck der nach wie vor extremen sozialen Ungleichheit und der blutigen Geschichte des Landes. Die Häftlinge dürfen keinen Besuch empfangen und teilen sich eine Zelle mit nur einer Toilette mit 100 anderen. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Der 40jährige Carlos Rodriguez ist der palabrero – der Sprecher – der Mara-Häftlinge. Wegen dreifachen Mordes sitzt er eine Strafe von 81 Jahren ab. „Hier fehlt es an allem“, sagt er, „es gibt nichts, um irgendetwas zu lernen, um sich mit Kultur oder Religion zu beschäftigen.“ Bei diesen Haftbedingungen werde niemand alt. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Tuberkulose, ansteckende Hautkrankheiten und andere gesundheitliche Probleme machen den zusammengepferchten Häftlingen zu schaffen. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
Ein Graffito in Ciudad Barrios zeigt Oscar Romero, der das Radio liebte, bei einer Hörfunk-Aufnahme. Seine Predigten wurden über einen katholischen Sender in El Salvador verbreitet. Sie zu hören war bei Strafe verboten. Anne-Katrin Mellmann - Anne-Katrin Mellmann
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