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Auf die unschuldige Frage des Konzertveranstalters nach der Besetzung einer Komposition könnte die Antwort durchaus lauten: „für Messertisch und Saitenwanne“. In diesem Fall handelte es sich dann um ein Konzert des Tubisten, Schlagzeugers und Komponisten Stephan Froleyks, der fast ausschließlich auf selbstgebauten Instrumenten spielt, die meisten davon Einzelstücke. Zusammen mit Erwin Stache, Volker Staub und anderen bildet er die neue Spezies der Eigenbau-Performer: Erfinder, Konstrukteure, Komponisten und Interpreten in einer Person. Natürlich wurden zu allen Zeiten neue Musikinstrumente entwickelt; eines der letzten, die sich flächendeckend und langlebig durchsetzten, war das Saxophon (gebaut 1840 von Adolph Sax).

In der zeitgenössischen Musik aber werden (verstärkt seit den 1960er Jahren) nicht nur Instrumente aus anderen kulturellen Kontexten importiert (die japanische Shô, das indonesische Gamelan, die chinesische Pipa, afrikanische Trommeln usw.), es entstehen auch Sonderanfertigungen, die ganz bestimmten kompositorischen Ideen oder spieltechnischen Vorstellungen gerecht werden sollen. Vielfach werden sie nur von einzelnen Interpreten gespielt. Dazu gehören neben dem präparierten Klavier und unzähligen Spezialinstrumenten im Schlagzeug die Doppeltrichter-Trompete (gespielt von Marco Blaauw) und das Inside-Piano (Andrea Neumann). Hinzu kommen zahlreiche elektrische und elektronische Instrumente.

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