SWR2 Zeitgenossen Janina Kugel: "Ich konnte mich nie verstecken"

Siemens-Personalchefin Janina Kugel im Gespräch mit Doris Maull

Dauer

Eine mächtige Frau - ohne Machtallüren

Die Volkswirtschaftlerin Janina Kugel ist Personal-Chefin von Siemens und eine von zwei Frauen im achtköpfigen Siemens-Vorstand, zuständig für mehr als 350.000 Beschäftigte. Im Unternehmen engagiert sie sich für Diversität und Frauenfragen.

Eine mächtige Frau in der Wirtschaft, der es nicht um Macht gegangen sei, so Janina Kugel. Das sei auch ein ganz falscher Gedanke, wenn man als Auszubildende im Betrieb starte.

„In Verantwortung wächst man hinein“

Natürlich, so die Personalmanagerin, hörten ihr heute auch Leute zu, die ihr vor zehn Jahren noch nicht zugehört hätten. Das Fazit von Janina Kugel: „Man wächst in seine Verantwortung, seine Rolle hinein - und weiß auch, wenn einem jemand zuhört -, was man adressieren kann. Das ist ein wichtiges Thema.“

Ursprünglich habe sie zu den UN gehen wollen, erzählt Janina Kugel im SWR2-Zeitgenossen-Gespräch. Schon oft wurde die Managerin mit den Worten zitiert: „Irgendwann kommt die Wand, dann prallt man ab - aber dann muss man wieder aufstehen und weitermachen“.

Ein Hinweis, so Kugel, dass man bei der eigenen Laufbahn auch mit Hindernissen rechnen müsse - und mit Menschen, die einem den eigenen Erfolg nicht unbedingt gönnten.

„Ich war immer eine von wenigen“

Als Fünfjährige erlebte die gebürtige Stuttgarterin, wie sie von anderen Kindern wegen ihrer dunklen Hautfarbe als „Negerle“ beschimpft wurde. Sie selbst habe sich über Hautfarbe als Kind vorher gar keine Gedanken gemacht. Mit Blick auf die derzeitige Migrationsdebatte zeige sich, wie wenig seitdem vorangegangen sei.

Janina Kugel: „Ich konnte mich nie verstecken. Wo ich verkehre, bin ich eine der wenigen Frauen. Ich bin immer einer der wenigen Menschen mit einer anderen Hautfarbe. Und das macht etwas mit einem. Nicht unbedingt negativ. Sie können auch eine Stärke daraus gewinnen.“

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