SWR2 Wissen Japans Generation Y

Eine Jugend ohne Träume?

Von Isabella Arcucci

Dauer

Passiv, egozentrisch, ohne Ziele - so beschreiben viele japanische Wissenschaftler die Generation Y. Unter den 20- bis 30-jährigen Japanern wächst die Zahl derjenigen, die bei ihren Eltern wohnen und bewusst weder einer Ausbildung noch einem Beruf nachgehen. Mindestens 600.000 solcher sogenannten Neets leben derzeit im passiven Widerstand gegen die japanische Leistungsgesellschaft. Die Elterngeneration hatte es durch zähe Selbstaufopferung zu Wohlstand gebracht; Arbeit bis zur absoluten Erschöpfung und das Zurückstellen eigener Bedürfnisse zum Wohle der Gruppe bildeten die Grundlage bürgerlicher Werte. Heute findet sich die junge Generation in einer stagnierenden Wirtschaftslage wieder, und selbst diejenigen, die im Hamsterrad mitlaufen, wissen oft nicht mehr warum. Die Generation Y hat keine Träume und Hoffnungen mehr, so die allgemeine Meinung. Doch birgt dieses passive Innehalten vielleicht auch die Chance, die Werte und Ziele der japanischen Gesellschaft neu zu finden?

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