SWR2 Tandem ARD PiNball 2017 (2/2)

Top Five - die nominierten Stücke

Der ARD Wettbewerb für unabhängige Radiomacher, der ARD PiNball, geht in sein zwölftes Jahr. Im Rahmen der ARD Hörspieltage wird auch dieses Mal wieder das beste Kurzhörspiel ausgezeichnet, das außerhalb der Rundfunkanstalten produziert worden ist und bislang nicht veröffentlicht wurde. In SWR2 Tandem stellen wir die fünf nominierten Einreichungen vor. Die Preisvergabe findet am 11. November im Rahmen der Nacht der Gewinner am ZKM in Karlsruhe statt. Am Abend davor können Sie die Finalisten dort außerdem live erleben und sie zu ihren Hörspielen befragen.

Alle fünf nominierten Stücke stehen ab dem 25. Oktober zum Anhören bereit.

Anrufbeantworter (Foto: picture alliance / dpa -  Rolf Vennenbernd)
Anrufbeantworter picture alliance / dpa - Rolf Vennenbernd

Anna-Lena Kühner: „Anrufbeantworter“

Au Pair Sabine lost in New York. Ihre Odyssee wird dargestellt in kurze Sprachnachrichten auf dem Anrufbeantworter: Emotional aufwühlend, kurios actiongeladen und hemmungslos übertrieben - aber dann doch mit einem überraschenden Ende.

Blattgeflüster (Foto: picture alliance / dpa - Patrick Pleul)
Blattgeflüster picture alliance / dpa - Patrick Pleul

Mara May: „Gibberish Whispers“

„Gibberish“ (engl.) steht für unverständliches Sprachgemisch und wird im Deutschen i.d.R. mit „Kauderwelsch“ übersetzt. Eine Fantasiesprache, die weder grammatikalischen Regeln noch einer grundlegenden Systematik folgt. Dabei können Laute, erfundene Worte und Silben oder alle denkbaren Stimm-Geräusche zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu literarischen, konstruierten Fantasiesprachen, die auf logischen Vokabularien und Grammatiken aufbauen, meint Gibberish spontane Sprache, die erst im Moment des Sprechens erdacht wird. Bei dieser Form sprachlicher Artikulation ist das Sprechen von jeglichen Aussagen befreit.

„Gibberish Whispers“ setzt sich mit den Besonderheiten dieser Sprachform auseinander: Was passiert, wenn Worte sinnfrei werden? Zuallererst wird sie niemand verstehen. Aber welche Mitteilungen transportieren sich über Sprachklang, -melodie und -rhythmus, wenn Sprache erst im Moment des Mündlich-Werdens erfunden und entwickelt wird? Welche Ästhetik hat Fantasiesprache? Wie lässt sich Gibberish interpretieren, wie damit kommunizieren? Welche Sprachklänge werden je nach linguistischer Prägung der jeweils sprechenden Person hörbar?

Ein Zeigefinger drückt auf einen Alarmknopf in einem Aufzug. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Thinkstock -

Conny Walter und Theresa Moest: „Alles in Ordnung“

„Ich oder du. Einer von uns muss es gewesen sein. Da stehen wir nun alleine im Aufzug und haben folgende Zeit: von der Alarmierung der Aufzugsfirma über die Ankunft des Reparateurs bis zur Behebung der Störung.“

Aus dem Alltagstrott ausbrechen. Die Ordnung stören. Wie klingt Ordnung, wie Störung? Wo endet die Realität, wo beginnt die Imagination? Wie stelle ich mir die Störung meines Alltags vor? Und wie hört sich meine eigene Fantasiewelt an?

Musiktitel:

Circle
Kinga Glyk
CD: Dream

STAND