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Rauchende Colts: US-Amerikaner und ihr Verhältnis zu Waffen

Von Arthur Landwehr

Die große Emotionalität mit der in den Vereinigten Staaten über Waffen und deren Kontrolle gestritten wird, hat tief in der Geschichte verankerte Ursachen. Im Kern sind es zwei Urerfahrungen, die das Verhältnis zu Waffen so anders geprägt haben, als das in Europa der Fall ist. Da ist zu allererst die Geschichte der religiös motivierten Einwanderung. Die meisten waren in der Heimat Willkür und Verfolgung durch den Staat ausgesetzt. Es waren deren Nachfahren, die in der Verfassung das Gewaltmonopol des Staates aufhoben und den Bürgern das Recht gaben, die Waffe gegen einen Staat zu erheben, der ihre Freiheit bedroht. Das zweite ist die Besiedlungsgeschichte im 19. Jahrhundert. Entlang des Trecks und im weiten Land war keine staatliche Institution vorhanden, die Schutz bieten konnte. Hier zählten Solidarität unter Nachbarn und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung, um überleben zu können.

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