SWR Tagesgespräch mit Stefanie Hubig, SPD, Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz "Der Abituraufgabenpool ist verbindlich"

Nach Schülerprotesten gegen das Matheabitur hat die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig Kritik am Aufgabenpool der Länder zurückgewiesen. Die SPD-Ministerin sagte im SWR Tagesgespräch, die Kultusministerkonferenz werde darüber beraten, ob einzelne Länder zeitweise aus dem Pool aussteigen dürfen. Ziel bleibe aber Einheitlichkeit bei den Prüfungsanforderungen.

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Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig, SPD hält den Abituraufgabenpool der Länder trotz der Proteste gegen die Matheprüfungen nicht für gescheitert. Er geht auf eine Entscheidung der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2012 zurück und soll die Hochschulreife in den Ländern vergleichbarer zu machen.

Hubig betonte im SWR, die Kultusministerkonferenz lasse den Ländern Spielraum, die Noten nachträglich aufzuwerten, wie das in Hamburg und Bremen geschehen sei. Hubig betonte, Rheinland-Pfalz habe mit dem Aufgabenpool sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier habe es kaum Klagen gegeben, weil die umstrittene Aufgabe für die Mathe-Prüfungsklausur nicht ausgewählt worden sei.

Die Kultusministerkonferenz werde den Aufgabenpool, der bislang Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch umfasst, um die Naturwissenschaften erweitern. Ziel müsse bleiben, eine Vergleichbarkeit der Abituranforderungen sicherzustellen. Bislang gebe es in den Ländern noch unterschiedlich lange Bearbeitungszeiten für die Schülerinnen und Schüler. Diese müssten perspektivisch angepasst werden.

Hubig betonte, dass der Aufgabenpool verbindlich sei. Das werde die Kultusministerkonferenz in Wiesbaden bestätigen und sich darüber Gedanken machen, wie sichergestellt werden kann, dass die Abituraufgaben aus dem Pool ab 2021 möglichst ohne Modifikationen umgesetzt werden können. Wenn das nicht funktioniere, müsse man überlegen, ob Länder kurzzeitig aus dem Pool aussteigen dürfen, sagte Hubig dem SWR. 

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