SWR Tagesgespräch mit Martin Wansleben, DIHK "Das kann man sich nicht mehr vorstellen".

Der Brexit werde in einem Chaos münden, befürchtet DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben. Die britische Politik sei völlig unberechenbar geworden – zum Schaden der Wirtschaft.

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Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK, Martin Wansleben, rechnet mit einem chaotischen Brexit. Was am Tage des Austritts von Großbritannien aus der EU passieren werde, sei nicht mehr "händelbar", sagte Wansleben im SWR Tagesgespräch. Die wirtschaftliche Verbindung zwischen der EU und Großbritannien sei so eng, dass eine Grenze "eigentlich nicht" funktioniere.

Es gebe eine große Verunsicherung, weil die britische Politik so unberechenbar sei. Das werde die wirtschaftliche Entwicklung in England "erheblich nachteilig beeinflussen" und habe auch Wirkung "auf uns", so Wansleben.

Da man nicht wisse, was passiere, könne man sich kaum vorbereiten. Dennoch hätten deutsche Unternehmen begonnen, Material und Ersatzteile zu horten. Die deutsche Autoindustrie beispielsweise werde sich außerdem fragen müssen, ob es überhaupt noch wirtschaftlich vertretbar sei, in einem Großbritannien, in dem andere Regeln gälten wie in Europa, zu investieren, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

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