SWR Tagesgespräch mit Heinrich Bedford-Strohm "Politische Farbenlehre rauslassen"

Der EKD-Ratsvorsitzende verteidigt, dass Vertreter der AfD nicht zum Kirchentag eingeladen wurden. Die AfD müsse "ihr Verhältnis zu Rechtsextremismus" klären. Den Vorwurf, der Kirchentag sei politisch einseitig, lässt er nicht gelten.

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Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat vor dem heute beginnenden Kirchentag noch einmal verteidigt, dass zu den Veranstaltungen keine Vertreter der AfD eingeladen wurden. Im SWR Tagesgespräch sagte Bedford-Strohm, Menschen, die der AfD nahe stünden, seien jeder Zeit willkommen. Hetze aber dürfe auf öffentlichen Podien kein Forum haben. Spitzenvertreter der AfD hätten sich nach den Vorfällen von Chemnitz radikalisiert. Gerade auch nach dem jüngsten Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, sei es spätestens jetzt "fällig, dass die AfD ihr Verhältnis zu Rechtsextremismus klärt". Es sei an der Zeit, jegliche Verharmlosung von Rechtsextremismus hinter sich zu lassen. Sympathisanten der AfD müssten sich im Klaren sein, dass sie "Rechtsextremen Deckung geben".

Im SWR verweist der Ratsvorsitzende darauf, dass der Kirchtag politisch nicht einseitig sei, wie es der kirchenpolitische Sprecher der FDP, Stefan Ruppert, formuliert hatte. Bedford-Strohm sagte: "Wir müssen die politische Farbenlehre strikt raushalten". Auch in den Gremien der EKD säßen ganz unterschiedliche Politiker. Es gehe nicht um Parteien, sondern um Themen und darum, Antworten auf die großen ethischen Zukunftsfragen zu finden. Hier nannte Bedford-Strohm Themen wie soziale Gerechtigkeit, ein Leben im Einklang mit der Natur und den Umgang mit Flüchtlingen.

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