Bela Palanka Auffanglager für abgeschobene Straftäter aus Deutschland

Bela Palanka Auffanglager für abgeschobene Straftäter aus Deutschland

Emrah am Bahnhof (Foto: SWR, Privat - Julia Schlingmann)
Der 28-jährige Emrah lebte 22 Jahre in Deutschland. Er wurde wegen mehrerer Straftaten nach Serbien abgeschoben und spricht nur gebrochen Serbisch. Das Land ist ihm fremd. Emrah möchte dem Dorf möglichst schnell wieder entkommen. Privat - Julia Schlingmann
"Hotel S" nennen die Bewohner den 3-stöckigen Hotelbau oberhalb des Dorfes Bela Palanka. In dem ehemaligen Nobelhotel an der serbisch-bulgarischen Grenze leben abgeschobene Straftäter aus Deutschland und Flüchtlinge mit serbischen Wurzeln. Privat - Johanna Bentz
Die meisten Bewohner haben keine Papiere und keine Arbeitserlaubnis, ihnen wird nur Kost und Logis gewährt. Nach Deutschland und Westeuropa dürfen sie nicht mehr einreisen. Für die meisten geht es weder vor noch zurück. Privat - Julia Schlingmann
Das ehemalige Hotel ist heruntergekommen. Teilweise haben die Zimmer kein fließendes Wasser. Warmwasser bekommen die Bewohner gelegentlich in der Gemeinschaftsküche. Viele Räume sind unbeheizt. Vom serbischen Staat werden Strom und zwei Mahlzeiten am Tag bereitgestellt. Eine finanzielle Unterstützung gibt es nicht. Privat - Johanna Bentz
Auf zwei Stockwerken in zwanzig kleinen Zimmern sind die Geflüchteten und Abgeschobenen untergebracht. Die Zimmer erzählen Geschichten vom Leben und den Enttäuschungen ihrer Bewohner. Privat - Johanna Bentz
Emrah teilt sich ein Zimmer mit Albert, der eine ähnliche Geschichte hat wie er. Den jungen Männern fehlt eine Beschäftigung, oft gibt es Streit. Emrah beginnt über sein Leben und seine kriminelle Vergangenheit nachzudenken. Privat - Julia Schlingmann
Viele Familien kamen als Flüchtlinge aus dem Kosovo, Kroatien oder anderen Balkanländern. Einige leben schon seit fünfzehn Jahren in dem ehemaligen Hotel. Lazlo wurde im "Hotel S" geboren. Privat - Johanna Bentz
Stevica und Janos gehören auch zu den sogenannten "Deutschen" im Hotel. Der 30-jährige Stevica ist in Berlin aufgewachsen. Seine Familie lebt noch immer dort. Privat - Johanna Bentz
Janos verbrachte fast sein ganzes Leben in Lübeck. Als junger Mann beging er eine schwere Straftat, für die er acht Jahre im Gefängnis war. Später gründete er eine Familie und lebte viele Jahre als Hausmeister in der Hansestadt. Doch das Rücknahme Abkommen der BRD mit Serbien erfasste auch ihn. Er wurde 2016 abgeschoben - obwohl seine Tat Jahrzehnte zurück lag. Privat - Johanna Bentz
Nach einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren schiebt Deutschland "kriminelle Ausländer" in ihre Herkunftsländer ab. Eine Resozialisierung steht in Serbien nicht auf dem Programm. Viele besitzen keine serbischen Papiere. Ohne Ausweis und Arbeitserlaubnis bleiben ihnen Arbeit und Integration verwehrt. Sie bleiben Fremde. Privat - Johanna Bentz
Der Bahnhof von Bela Palanka dient als Kulisse für einen Dokumentarfilm, in dem Emrah Szenen seiner Geschichte nachstellt. Mit einem ungeschönten selbstkritischen Blick schaut er auf sein bisheriges Leben zurück. Privat - Julia Schlingmann
Stevica und Emrah besprechen die Darstellung der Messerszene für den Dokumentarfilm über Emrahs Geschichte. Privat - Julia Schlingmann
Stevica und Emrah stellen eine Szene aus Emrahs Leben nach: Ein Dealer hatte ihn mit einem Messer bedroht. Dies war der Moment wo Emrah merkte, dass es ernst wurde, dass das kein Spiel mehr war. privat - Julia Schlingmann
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