Angelina Kirsch | "Rock your Curves!" Ich sehe aus wie die durchschnittliche Frau

Angelina Kirsch | "Rock your Curves!" Ich sehe aus wie die durchschnittliche Frau

Curvy-Model Angelina Kirsch hält ein T-Shirt vor sich, stehen zwischen Kleidern an einer Kleiderstange (Foto: Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz)
„Wenn Sie mich auf der Straße sehen würden, würden Sie sich nicht nach mir umdrehen und sagen: ,Die ist aber curvy‘“, sagt Angelina Kirsch über sich. „Denn ich sehe aus wie die durchschnittliche Frau in Deutschland. Ich trage Konfektionsgröße 42/44. Das ist für unsere Begriffe normal. Für die Modewelt ist das zu dick. Dort ist ab Größe 38 alles zu viel.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
Angelina Kirsch hat eine Lehre gemacht zur Handelsassistentin und BWL, Musik- und Sprachwissenschaften studiert. Auf die Frage, was sie ursprünglich habe machen wollen, antwortet sie: „Etwas Vernünftiges“ – und lacht dann sehr. Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
Zum Modelberuf ist Angelina Kirsch „ganz unverhofft“ geraten: „Ich saß im Urlaub vor einem riesigen Eisbecher, und die Freude über diesen Eisbecher hat einen Modelagenten, der dort auch im Urlaub war, dazu bewogen, mich zu fragen, ob ich als Model arbeiten will. Meine Antwort war erstmal ,Nein‘, weil ich dachte, dass er will, dass ich abnehme. Dann stellte sich aber heraus: er wollte mich als Curvy-Model.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
„Meine Eltern haben mir immer gesagt: ,Kind, solange Du Dich wohlfühlst und solange Du hinter dem stehst, was Du machst und wie Du bist, ist das ok. Lass Dich nicht beirren von anderen.‘ Das habe ich gemacht.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
„Ich habe aber festgestellt, dass es im Freundeskreis fast schon Mode war, mit sich unzufrieden zu sein“, meint Angelina Kirsch mit Blick auf ihre frühen Erfahrungen. „Und das ist es ja auch. Immer müssen wir irgendetwas an uns verändern, optimieren. Ich finde das schade, denn man vergisst das echte Leben dabei.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
„Man sollte schon achtsam sein“, so das Curvy-Model. „Man sollte es sich selbst wert sein, sich Gutes zu tun, in Form von Sport oder Ernährung. Aber man darf sich eben auch nicht alles verbieten.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
Angelina Kirsch glaubt nicht, dass Mager-Models immer noch angesagt sind: „In Deutschland sehe ich inzwischen Veränderungen. Ich habe keinen Werbekunden kennengelernt, der ein wirklich dünnes Model haben wollte. Eher habe ich erlebt, dass ein Kunde bei der Werbeagentur über ein Model gesagt hat: ,Die ist ja viel zu dünn, so dünn wollten wir sie doch gar nicht.‘ In Frankreich und den USA ist es oft noch so, dass die Models noch viel zu dünn sind. In Amerika wird schon mal gezweifelt: ,Was, die hat eine 88er-Hüfte? Niemals!‘ Zum Vergleich: ich habe 113.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
Angelina Kirsch spielt Klavier und im „Mädchenmusikzug Neumünster“ die Tuba: „Das einzige Mädchen-Blasorchester in Deutschland, nur Mädels. Musik ist mein Leben. Wenn es mir schlecht geht, setze ich mich ans Klavier. Wenn es mir gut geht, setze ich mich ans Klavier.“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
Angelina Kirsch gehört auch zur Jury des Wettbewerbs „Curvy-Supermodel“: „Ich entscheide in dem Moment: Kann dieses Mädchen jetzt ein Model sein? Lohnt es sich für sie weiterzukommen, oder nehme ich ihr diese Vorstellung wieder und sage ihr: ,Mensch, Du bist eine schöne Frau, aber Du bist kein Model – und das ist auch gut so!‘“ Angelina Kirsch - Foto: Frank Zauritz
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