Kritik | "Salome" in Salzburg Ohne Kopf, ohne Blut

Kritik | "Salome" in Salzburg Ohne Kopf, ohne Blut

Asmik Grigorian (Salome) (Foto: © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -)
Das größte Verbrechen, das ein Regisseur einem Stück antun könne, sei ihm mit Naivität zu begegnen, sagt Romeo Castellucci. Dieser ist nicht nur für die Regie, sondern auch für Bühne, Kostüme und Licht der Neuinszenierung von Richard Strauss' Salome in Salzburg verantwortlich. Premiere war am 28. Juli. Zur Kritik von Karsten Umlauf geht es hier.Im Bild: Asmik Grigorian als Salome. © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
Die Geschichte von Salome, die zur Enthauptung Johannes' des Täufers führt, wird in den Evangelien des Matthäus und des Markus noch in knappen Sätzen erzählt. Eine literarische Hochkonjunktur erlebte Salome im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts: als Femme fatale und Inbild pervertierter Lust. Den Höhepunkt bildet Oscar Wildes in französischer Sprache verfasste, den Geist des Fin de Siècle atmende Tragödie "Salomé". © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
Castellucci schließt für seine Inszenierung die Arkaden der Felsenreitschule und erzeugt damit eine Atmosphäre des Erstickens und des Erdrückens. In der nackten Kraft der Felsen spiegelt sich die Figur der Salome mit ihren unzähligen Facetten wider. © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
Castellucci bezeichnet seinen Jochanaan als eine obskure dunkle Macht aus einer anderen Welt. Das, was ihn vor allem unterscheidet von den anderen Figuren sei die Sprache, die Sprache eines Fremden. Im Bild: Asmik Grigorian (Salome, hinten links) und Gábor Bretz (Jochanaan, vorne). © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
Die Rolle der Salome zu verkörpern, verlange einer Sängerin enorme psychische Kraft ab, sagt der Regisseur. Er lobt die Zusammenarbeit mit Asmik Grigorian, die auch private Elemente in die Rolle hineinbringe. © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
Castellucci begnet dem Stück mit Minimalismus und Reduktion. © Salzburger Festspiele / Ruth Walz -
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