Ausstellung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern Lackierte Skulpturen von Nobuyuki Tanaka

Ausstellung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern Lackierte Skulpturen von Nobuyuki Tanaka

Nobuyuki Tanaka: Imaginary Skin III, 2016, Lack auf Hanf  Imaginary Skin II, 2016, Lack auf Hanf. Ausstellung Pfalzgalerie Kaiserslautern, 2018 (Foto: Pfalzgalerie Kaiserslautern, Pressestelle - Foto: Andreas Kusch © Nobuyuki Tanaka)
Von Sandra BieggerMit Lacken Alltags- und Kunstgegenstände zu veredeln, ist ein Jahrtausende altes Kunsthandwerk. Dass man mit dieser Technik auch moderne Kunst machen kann, beweisen die Skulpturen des Japaners Nobuyuki Tanaka. Seine Themen: Landschaft, Natur, Sex. In der Pfalzgalerie in Kaiserslautern ist Tanaka zum ersten Mal in Europa mit einer Einzelausstellung zu sehen.Nobuyuki Tanaka: Imaginary Skin III, 2016, Lack auf Hanf / Imaginary Skin II, 2016, Lack auf Hanf. Pfalzgalerie Kaiserslautern, Pressestelle - Foto: Andreas Kusch © Nobuyuki Tanaka
Auf dem Boden des Museums Pfalzgalerie liegt eine knallrote Lackskulptur – „Tactile Memory“ heißt das Kunstwerk von Nobuyuki Tanaka - unweigerlich denkt der Betrachter an eine Vulva. Und das sei vom Künstler auch durchaus so gewünscht, sagt die Direktorin, Britta Buhlmann. „Es ist schon eine sehr erotische Skulptur, auch durch das Feuerrot. Durch das Licht entstehen Binnenzeichnungen, als würde noch ein kleiner Koifisch darin herumschwimmen.“Nobuyuki Tanaka: Tactile Memory 2018, Lack auf Hanf. Pressestelle Pfalzgalerie Kaiserslautern - Foto: Tadasu Yamamoto, © Nobuyuki Tanaka
Nobuyuki Tanaka wurde 1959 in Tokio geboren. In seinen Werken verbindet er das alte Handwerk der Lackkunst mit moderner Formensprache. Dabei entstehen teils mehr als zwei Meter hohe und dennoch federleichte und filigrane Skulpturen, bestehend aus sieben Schichten unterschiedlicher Werkstoffe, die übereinandergelegt werden.Nobuyuki Tanaka, Flowing Water, Feeling Water No. 2, 2012, Lack auf Hanf. Pressestelle Pfalzgalerie Kaiserslautern - Foto: Tadasu Yamamoto, © Nobuyuki Tanaka
Lackiert ist die oberste Schicht des Kunstwerks, in diesem Fall mit einem Naturmaterial. Natur ist auch das große Thema von Nobuyuki. Pfalzgalerie-Direktorin Britta Buhlmann sagt, dies zeige sich besonders im Werk Primordial Memory: „Es erinnert mich an Felsformationen, unbewaldete, nackte Felsen, wie sie zum Beispiel im Iran zu sehen sind.“Nobuyuki Tanaka: Primordial Memory, 2017, Lack auf Hanf und Styrofoam. Pressestelle Pfalzgalerie Kaiserslautern - Foto: Andreas Kusch © Nobuyuki Tanaka
In Japan ist Nobuyuki Tanaka ein bekannter Künstler. Werke von ihm sind auch in amerikanischen Museen zu sehen, zum Beispiel im Metropolitan in New York. Die Ausstellung in der Pfalzgalerie ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Europa. Pfalzgalerie-Direktorin Britta Buhlmann selbst hat ihn vor nicht allzu langer Zeit bei einer Japanreise für sich entdeckt.Nobuyuki Tanaka: Imaginary Skin I, 2016, Lack auf Hanf, / FLOW III, 2012, Lack auf Hanf, / Orga, 1999, Lack auf Hanf. Pressestelle Pfalzgalerie Kaiserslautern - Foto: Gunther Balzer © Nobuyuki Tanaka
Tanaka selbst und seine Galeristen haben sich mächtig ins Zeug gelegt, dass die Ausstellung überhaupt zustande kommt. So haben sie Sponsoren organisiert, die unter anderem für die hohen Transportkosten aufkommen. Nur zwanzig Exponate zeigt die Ausstellung. Britta Buhlmann sagt, die teils sehr großen Werke wie Imaginary Skin, die mitten im Raum stehen, bräuchten Luft zum Atmen – und die Konzentration der Besucher.Nobuyuki Tanaka: Imaginary Skin III, 2016, Lack auf Hanf, / Primordial Memory, 2017, Lack auf Hanf und Styrofoam. Pressestelle Pfalzgalerie Kaiserslautern - Foto: Gunther Balzer © Nobuyuki Tanaka
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