Tino Seghal | "Konstruierte Situationen" in Stuttgart Was in Arrangements von Tino Seghal passiert

Tino Seghal | "Konstruierte Situationen" in Stuttgart Was in Arrangements von Tino Seghal passiert

Tino Seghal (Foto: (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto:Courtesy Diego Perrone)
Tino Seghal hat einen radikalen Anspruch: Von seinen Ausstellungen soll es keine Fotos geben. Alles soll "Situation" bleiben. Wer wissen will, was passiert ist, muss selbst dabei gewesen sein, es selbst erleben haben. Deshalb gibt es von Seghals Arrangements fast nur gemalte Abbildungen. Hier eine Zeichnung von Diego Perrone: Tino Sehgal’s Kiss, 2018. Farbstift auf Papier. (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto:Courtesy Diego Perrone
Immer schafft Seghal seine "Situationen" mit Hilfe von Akteuren, die etwas Bestimmtes tun - was sich überraschend anders entwickeln kann als vorhergesehen. Aber auch als Zuschauer wird man zu einem Teil der Darbietung selbst. Philippe Parreno, Tino Sehgal’s Annlee, 2013. Bleistift auf Papier. (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto: Courtesy Philippe Parreno und Esther Schipper, Berlin.
Eine klassische beklemmende "Situation" von Tino Seghal. Ist das noch ein Kuss? Oder werden die Zuschauer gerade Zeugen einer Gewalttat? Betrachter wissen oft nicht mehr, was in Seghals "Situationen" vor sich geht. Und spüren entsprechende Fragen: Was sollte ich tun? Eingreifen? Nicht auffallen? Schnell weitergehen? Diego Perrone, Tino Sehgal’s Kiss, 2018. Farbstift auf Papier. (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto: Courtesy Diego Perrone
Ein möglicher Effekt von Tino Seghal: Wer "konstruierte Situationen" erlebt, erlebt sich auch selbst als Betrachter. Und geht mit dem nagenden Gedanken nach Hause, wie er sich selbst in ähnlichen Situationen verhalten hat - oder verhalten sollte. Philippe Parreno, Tino Sehgal’s Annlee, 2013. Bleistift auf Papier. (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto: Courtesy Philippe Parreno und Esther Schipper, Berlin
Tino Sehgal, 2013. (Pressestelle) Kunstmuseum Stuttgart - Foto: © Wolfgang Tillmans
STAND