Ausstellung im Kloster Ochsenhausen bis 7. Oktober 2018 Berta Hummel – Künstlerin und Klosterfrau

Ausstellung im Kloster Ochsenhausen bis 7. Oktober 2018 Berta Hummel – Künstlerin und Klosterfrau

Berta Hummel. "Flötender Hirtenbub", 1943 (Foto: Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen)
Für Bilder wie diese ist Berta Hummel bekannt: putzige, rundliche Kinder, die aus einer heilen Welt zu stammen scheinen. Oft fliegt auch eine kleine Hummel durchs Bild. Berta Hummel: "Flötender Hirtenbub", 1943Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Berta Hummel kam am 21. Mai 1909 in dem kleinen Ort Massing in Niederbayern auf die Welt. Die Eltern erkannten früh das Talent ihrer Tochter und ermöglichten ihr ein Kunststudium in München.Berta Hummel (1926/27)Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Dass Berta Hummel nicht nur liebliche Kinderbilder geschaffen hat, sondern auch Landschafts- und Blumenbilder sowie Porträts in expressionistischem Stil, ist kaum bekannt. Berta Hummel: "Mädchen sitzend" 1928/29Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Die meisten dieser Arbeiten sind während ihres Kunststudiums entstanden. Das Studium schloss Berta Hummel als Jahrgangsbeste ab - ihre Professoren wollten sie an der Akademie behalten.Berta Hummel: "Feldblumen im Krug" 1927Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Berta Hummel: "Feldblumen im Krug" 1927 - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Berta Hummel: "Bauer stehend" und "Bäuerin mit Kopftuch", 1929 Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Berta Hummel: "Aquarell Rote Cinarie", 1929/30Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Doch Berta Hummel entschloss sich, den Franziskanerinnen in Sießen beizutreten. Die Sießener Klosterschwester Maria Innocentia Hummel belohnt fleißige Schüler mit Zeichnungen. Die kleinen Kunstwerke verbreiten sich rasch, es gibt erste Ausstellungen, Bücher, Postkarten.Berta Hummel: "Hummelkinder Mädchen unterm Schirm" (1934)Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Der ganz große Durchbruch kommt dann ab 1935: Der fränkische Porzellanhersteller Goebel erhält die Lizenz, die Zeichnungen in Figuren umzusetzen. "Sie war letztlich mit den sehr erfolgreichen Hummelbildern und -figuren auch ein stückweit Opfer ihres eigenen Erfolges. Es gab da Verträge mit Verlagen, die das Kloster geschlossen hatte. Es mussten immer neue Motive geschaffen werden. Und da hat sich Berta Hummel, denk ich, auch körperlich und psychisch erschöpft. (Michael Schmid-Sax, Kulturamtsleiter und Mitkurator)Hummel Figur: "Kleines Geigerlein", 1935Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
In den Kampfblättern der Nazis wird die Künstlerin verissen, schließlich entsprechen flötende Hirtenjungen oder auf der Wiese faulenzende Kinderchen so gar nicht dem Ideal einer athletisch gestärkten und kriegstauglichen deutschen Jugend. Nach dem Krieg exportieren die amerikanischen Besatzungssoldaten die Hummelfiguren. Und Schwester Innocentia ist endgültig auf Hummelkinder festgelegt. Hummelkinder-Kalenderblatt Juli, 1935 Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
Die Ausstellung „Berta Hummel- Künstlerin und Klosterfrau“ im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen präsentiert Werke aus der frühen Zeit - mit Landschaften, Blumenbilder, wunderbaren Porträts von kessen Damen oder Greisen in verschiedenen Techniken. Sie ist in der städtischen Galerie Ochsenhausen bis 7. Oktober zu sehen. Berta Hummel: "Dame in Blau", 1929/30 Amt für Kultur, Bildung und Betreuung; Ochsenhausen - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung des Berta-Hummel-Museums-Massing und des Klosters Sießen
STAND