Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden | Bis 17.2.2019 Piet Mondrian: Natur und Konstruktion

Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden | Bis 17.2.2019 Piet Mondrian: Natur und Konstruktion

Mondrian: "Schwarzgescheckte Färse auf der Weide", 1904.  Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands. Mondrian Ausstellung Hess. Landesmuseum Wiesbaden, 2018 (Foto: Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert)
Von Martina ConradBilder von Kühen, Wäldern und Windmühlen in typischen dunklen Tönen des 19.Jahrhunderts – ist das wirklich die Mondrian-Ausstellung?Ja es ist Mondrian vor Mondrian, dem uns so wohlbekannten geometrischen Maler. Und gerade diese Ölgemälde sind wichtig für alles, was Mondrian später machen wird, sagt Kurator Roman Zieglgänsberger:„Es war für uns spannend zu sehen, wie ernst er die Natur genommen hat. Das ist ganz wichtig, denn die Natur zieht sich durch sein ganzes Schaffen hindurch. Erst sind es Baumgruppen, Baumreihen, Spiegelungen im Wasser. Später wird die Natur auf einen Baum konzentriert, und dann pars pro toto abstrahiert davon.“ Bild: "Schwarzgescheckte Färse auf der Weide", 1904Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
Zuerst einmal sieht Piet Mondrian die niederländische Landschaft, er malt ganz naturalistisch, rezipiert ein wenig Monet. Aber kennt man seine geometrischen Bilder, so findet man schon im Frühwerk um 1900 Ansätze für das, was kommen wird. Dabei ist der Rhythmus von Fläche und Linie für das Bild wichtig – so werden später schwarze Linien seine bunten Quadrate begrenzen.Bild: Mondrian: "Bauernhof bei Duivendrecht" 1916Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
Kurator Roman Zieglgänsberger: „Um 1908 herum – nach und nach genügt es ihm nicht mehr, die reine Oberfläche darzustellen. Dann gibt es verschiedene Versuche die Oberfläche, die wir sehen, die jeder subjektiv wahrnimmt zu überwinden. Da kommt einmal seine Theosophie hinein, er ist ein sehr religiös geprägter Mensch gewesen. Er hat Rudolf Steiner gehört und hat versucht, das zu zeigen, was hinter den Dingen, hinter der Oberfläche ist, was die Welt zusammenhält. Einerseits ist das das Religiöse. Dann kommt er mit dem Kubismus in Paris 1911 in Berührung. Da nimmt der Weg in die Abstraktion Fahrt auf.“Bild: Mondrian: "Andacht" 1908Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
Die Kunst von Cézanne, Picasso, Braque und Leger verändert das Werk von Piet Mondrian. 1917 gründet er die Künstlervereinigung „De Stijl“ und bekennt sich zu einer geometrisch-abstrakten Darstellungsform in Kunst und Architektur. Er malt geometrische Bilder, zunächst allerdings in rosa, hellblau und zartem Gelb. Sie schwimmen in weißen Räumen.Kurator Roman Zieglgänsberger: „Mondrian hat mit diesen neoplastischen Werken, an die man denkt, wenn man den Namen hört, perfekte Bildwelten geschaffen. In sich harmonisch schöne Bildwelten. Und diese perfekten Bildwelten sollten an sich für alles stehen. Und zudem kommt dann noch das leicht religiöse, das ja immer mitschwingt. Das sind tatsächlich ikonische Werke in dem Sinne, das immer etwas Heiliges mitschwingt. Das sind schon Stücke, vor denen man steht und man spürt sofort eine Aura.“Bild: Mondrian: "Komposition im Oval mit Farbfeldern 2", 1914Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
Die Wiesbadener Ausstellung zeigt, wie wichtig die Natur für das Werk von Piet Mondrian ist und zwar bis zum Schluß. Rund 80 Prozent sind Werke, die Piet Mondrian vor seiner geometrischen Zeit gemalt hat. Und das ist auch gut so, denn sie erklären uns die Welt und den Horizont des abstrakten Künstlers, der 1919 schrieb:„Ich arbeite gerade an einer Sache, die eine Rekonstruktion eines Sternenhimmels ist, doch mache ich es ohne Anlehnung an die Natur.“Bild: Mondrian: "Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau", 1921 Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
Die Ausstellung "Piet Mondrian. Natur und Konstruktion" ist bis zum 17. Februar 2019 im Museum Wiesbaden zu sehen. Bild: Mondrian: "Oostzijder Mühle am Abend" 1907/08Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands Hessisches Landesmuseum Wiesbaden - Foto: Bernd Fickert
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