Bitte warten...

Musik und Artenschutz Weltneuheit synthetisches Elfenbein im Einsatz für Klaviertasten

Früher war Elfenbein gängiger Rohstoff für die Herstellung vieler Tasteninstrumente. Da dies aus Artenschutzgründen heute verboten ist wurde lange Zeit nach einem Ersatz gesucht.

Sauter Flügel mit Synthetischem Elfenbeinbelag

Er heißt Omega und kommt aus Spaichingen - der weltweit erste Flügel mit synthetischem Elfenbeinbelag

Das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart hat erstmalig synthetisches Elfenbein hergestellt. Bei einem Festakt am Dienstag, 16. Juli, zum 50-jährigen Bestehen des Instituts wurde der neue Stoff zusammen mit dem ersten Flügel mit den neuen Elfenbeintasten vorgestellt. Das synthetische Elfenbein besteht aus einer Hightech-Mischung aus Gelatine und Mineralien und soll nach Angaben des Instituts die gleichen Eigenschaften wie Elfenbein aufweisen.

Derzeit werden Klaviertasten meist aus Kunststoff gefertigt. Ein Belag aus Elfenbein, bei dem die Finger nicht abrutschen, ist mittlerweile selten. Der Handel damit ist aus Artenschutzgründen meist illegal, da Elfenbein hauptsächlich aus Stoßzähnen von Elefanten gewonnen wird. Daher hat das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung auf Anregung der schwäbischen Klaviermanufaktur Sauter das synthetische Elfenbein entwickelt.

Feuchtigkeitsabsorption wie bei echtem Elfenbein

Der neue Naturstoff hat wie Elfenbein die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und bietet damit den Fingern auch bei längerem Spielen den gewünschten Halt. Auch andere Eigenschaften des patentierten Materials wie Härte und Wärmeleitfähigkeit entsprechen demnach chemisch dem echten Elfenbein. Das künstliche Elfenbein wird von einem Münchner Startup-Unternehmen hergestellt werden und bleibt vorerst exklusiv dem Spaichinger Klavierbauer Sauter zur Klavierherstellung vorbehalten.

Weitere Themen in SWR2