Bitte warten...

400 Jahre Turmbläser an Stiftskirche Stuttgart Gott loben bei Wind und Wetter

Trompeten- und Posaunenbläser, die vom Turm der Stuttgarter Stiftskirche spielen, müssen nicht nur begabte Musiker, sondern auch fit und schwindelfrei sein. Sie führen eine Tradition fort, die es bereits seit Jahrhunderten gibt.

Turmbläser Ferdinand Frey

Turmbläser Ferdinand Frey

Es ist eine der ältesten Traditionen der baden-württembergischen Landeshauptstadt: Das Turmblasen vom Westturm der Stuttgarter Stiftskirche, das seit 400 Jahren existiert. "An mehreren Orten gibt es diese Tradition, aber ein ununterbrochenes Turmblasen seit vier Jahrhunderten ist etwas besonders", sagte Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler beim Jubiläumsspielen am 11. Oktober in Stuttgart.

Jeweils zwei Mal pro Woche, immer an den Markttagen Dienstag und Donnerstag, steigen morgens kurz nach acht vier Bläser mit ihren Instrumenten die rund 220 Stufen hinauf und spielen etwa 30 Minuten von allen Ecken des Turmes – eine Aktion, die eine gewisse körperliche Fitness braucht.

Der Jazzmusiker Frédéric Rabold spielt seit 1981 regelmäßig bei Wind und Wetter mit. "Manchmal ist es im Winter bitterkalt, oder ein Sturm kommt auf, was dort oben schon für ein mulmiges Gefühl sorgen kann." Für den 23-jährigen Ferdinand Frey, der Posaune an der Stuttgarter Musikhochschule studiert, ist es eine Ehre, diese lange Tradition weiterzuführen. "Wenn ich morgens auf dem Turm stehe und einen wunderschönen Ausblick habe, dann fängt für mich der Tag gut an."

Weitere Themen in SWR2