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Stuttgarts OB will keine Alternativen zum Sanierungsfall Opernhaus Lieber ein Neubau?

Weshalb sanieren und eine Interimslösung suchen, wenn auch ein Neubau möglich ist? In Stuttgart findet die Opernhausneubau-Idee zunehmend mehr Freunde - Oberbürgermeister Fritz Kuhn gehört nicht dazu.

Fritz Kuhn Oberbürgermeister von Stuttgart, spricht mit Wieland Backes (2.v.l), Vorsitzender der Vorstands der Initiative "Aufbruch Stuttgart"

Fritz Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen, l), Oberbürgermeister von Stuttgart, nach der Ideen-Bescherung durch Wieland Backes (2.v.l), Vorsitzender der Vorstands der Initiative "Aufbruch Stuttgart"

Immer mehr Fraktionen im Stuttgarter Gemeinderat fordern, die Stuttgarter Oper neu zu bauen, statt sie aufwendig zu renovieren. Dies ärgert Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Für ihn gibt es keinen Grund, von den Plänen für eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Stuttgarter Opernhauses Abstand zu nehmen. Er wundere sich, dass nun nicht nur SPD, Freie Wähler und FDP, sondern auch die CDU lieber langfristig einen Neubau planen wollen, als die längst beschlossene Sanierung zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung vom 11. März.

Im Januar hatte die Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart“ mit ihrem Vorstand Wieland Backes mit ihren Ideen zu einem neuen Opernhaus frischen Wind in die Sanierungsdebatte gebracht. Der Verein ist der Meinung, dass die geplante umfangreiche Sanierung des alten Opernhauses - verbunden mit hohen Bau- und Kostenrisiken - ein "Irrweg" ist. Das denkmalgeschützte Operngebäude von Architekt Max Littmann solle stattdessen „maßvoll saniert" werden und - neben Ballettaufführungen und Konzerten - nur für Opern-Inszenierungen mit wenig aufwendiger Bühnenbildtechnik genutzt werden.

Stadt arbeitet an Interimskonzept

Die Stadt will beim Opernhaus aber nicht von ihren Plänen abrücken, wie Kuhn in seiner Erklärung nochmals wiederholte: „Wir haben viele Jahre an einem tragfähigen Konzept zur Sanierung des Littmann-Baus und damit für eine zukunftsfähige Spielstätte am bisherigen Standort gearbeitet. Dies ist auch stets transparent im Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater beraten und beschlossen worden. Deshalb wundert mich der plötzliche Vorstoß der CDU, alles noch einmal vergleichend prüfen zu wollen.
Das mehr als 100 Jahre alte Opernhaus muss dringend erneuert werden. Die Stadt Stuttgart arbeitet derzeit an einem Konzept für eine Opern-Interimsspielstätte auf dem Areal der Wagenhallen. Ziel ist, dass die Gremien von Stadt und Land Ende des Jahres über das Interim sowie die auf mehrere Hundert Millionen Euro geschätzte Opernsanierung abstimmen.

„Der unvoreingenommene Blick von außen hat (...) zu der übereinstimmenden Erkenntnis geführt, dass von dem geplanten Umbau des Opernhauses mit Einbau einer modernen Kreuzbühne dringend abzuraten ist. Stattdessen werden verschiedene Standorte für eine neue Oper im Kulturquartier ins Gespräch gebracht. Die mehr als 100-jährige Littmann-Oper sollte in ihrem denkmalgeschützten Originalzustand erhalten bleiben. Dies, der Rückbau der B14 einschließlich Reduzierung des Autoverkehrs sowie die Wiederbelebung und Schaffung attraktiver Räume, könnte der Schlüssel zu einer neuen Ära sein: Mehr Kultur für weniger Geld und mehr urbane Qualität für Alle."
(Resümee aus der Broschüre "Aufbruch Kultur-Quartier")

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