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Schlingensiefs Afrika-Projekt erhält Karlheinz-Böhm-Preis Operndorf als Brücke nach Afrika

Theaterregisseur Christoph Schlingensief wollte mit dem „Operndorf Afrika“ Kunst auch für Bildung und Gesundheit nutzen. Diese Idee wird jetzt von der Stiftung „Menschen für Menschen“ ausgezeichnet.

Krankenstation von Schlingensiefs Operndorf im Busch von Burkina Faso

Die Krankenstation des allmählich entstehenden Operndorfes, ca. 30 km entfernt von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos

Das von Christoph Schlingensief gegründete Operndorf Afrika hat den Karlheinz-Böhm-Preis erhalten. „Es ist ein außergewöhnliches und innovatives Projekt, weil es das Mittel der Kunst und der Kultur als einen wesentlichen Baustein der Brücke und Partnerschaft zwischen Afrika und Europa einsetzt“, teilte der Leiter der Stiftung Menschen für Menschen, Sebastian Brandis, mit. Den Preis nahm die Witwe des Regisseurs, Aino Laberenz, am Samstag im Literaturhaus in München entgegen.

Schlingensief (1960 - 2010) galt als einer der innovativsten Theatermacher Deutschlands. Seit seinem Tod führt Laberenz das internationale Kunstprojekt Operndorf im westafrikanischen Burkina Faso weiter. Inzwischen gibt es dort eine Schule für 300 Kinder, eine Krankenstation und eine Künstlerresidenz. Als zentraler Bau des Dorfes soll einmal ein „Festspielhaus" als kulturelle Begegnungsstätte entstehen.

Die Oper ist das Dorf

„Was heißt hier Oper? Der Ort, das Dorf, das wir bauen wollen, ist nicht dazu da, damit hier später Arien gesungen werden oder Symphonieorchester spielen. Meine Vorstellung vom Operndorf ist immer mit der Hoffnung verbunden, dass wir gemeinsam, mit dem Einsatz und dem Geld vieler, diesen Organismus schaffen, der ein Eigenleben entwickelt, durch uns und vor allem durch die Menschen, die dort sind.“ (Christoph Schlingensief)

Das Operndorf im Sinne Schlingensiefs ist dabei als lebender Organismus zu verstehen, der Kunst und Leben miteinander vereint. Die „Oper“ steht dabei für eine sparten- und themenvereinende Kunstform oder nach Schlingensiefs Vision: „Unsere Oper ist ein Dorf."

Der undotierte Karlheinz-Böhm-Preis der Stiftung „Menschen für Menschen“ zeichnet alle zwei Jahre eine Person oder ein Projekt für ihr soziales Engagement in Afrika aus. Der erste Preisträger des Karlheinz-Böhm-Preises war 2016 der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler. Horst Köhler ist wiederum Schirmherr des Projekts „Operndorf Afrika.“ Gegründet wurde Menschen für Menschen, die Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien leistet, 1981 von dem Schauspieler Karlheinz Böhm (1928 - 2014).

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